Rückblende I

November 2011, ich habe den sehr lange dümpelnden Entschluss, es mit Yoga zu versuchen, endlich in die Tat umgesetzt. Anfängerworkshop, dicker Käfer auf dem Rücken, Muskelkater des Todes. Aber: Ich bin dabeigeblieben. Habe mich in herauf- und herabschauende Hunde gequält, in Kobras und Kamele, in Kühe, Katzen, Bäume, in die Stellung des Kindes und des toten Mannes. Das Verknoten fiel langsam immer leichter, immerhin.

Rückblende II

November 2012, in Deutschland ist es kalt, nass und bäh. Wie so ein November eben ziemlich oft daherkommt. Ein Jahr Yoga liegt hinter mir, mal mit mehr Erfolg, mal mit weniger. Da es im Yoga aber um vieles gehen soll, nur nicht um Erfolg und Wettbewerb, sage ich mir: Passt schon. Da kommt mir dann auch die Einladung grade recht, mein wunderbare Yogatrainerin Katja alias Yoga-Queen auf eine Yogareise zu begleiten. „Retreat“ nennen das die Profiyogis, wobei das schon wieder nicht nach dem ursprünglichen Yogagedanken klingt. Also, das mit den Profis. Jedenfalls: Ich fuhr mit. Beziehungsweise flog mit, denn es ging nach Mallorca. Und das war ein grandioses Erlebnis. Wir kamen an, Sonne, 20 Grad, teilweise sogar bis 25. Im November! Unsere Heimat für ein langes Wochenende war eine Finca, für zehn sich selbst versorgende Personen. Yoga auf der Sonnenterrasse, mit Blick auf den Pool (Ausrufezeichen) und das Meer (AUSRUFEZEICHEN). Und ja, ich mag sonst keine Ausrufezeichen, aber hier müssen sie sein. Es war einfach fantastisch. Und weil es so fantastisch war, haben wir im Jahr darauf, genauer: im Oktober 2013, wieder ein Yogaretreat klargemacht. Diesmal im Allgäu, in einer wunderbaren kleinen feinen Werkstatt. Anders als Mallorca, klar, aber keinen Millimeter weniger schön. Im Gegenteil. Noch vor Abreise wurde fürs nächste Jahr gebucht, und so ging es auch im Oktober 2014 wieder ins Allgäu.

Ausblick.

Nein, nicht aufs Meer, sondern auf die kommenden fünf Tage. Auf die Berge. Es ist noch nicht Oktober, sondern gerade Juni geworden. Huch? Yogaretreat? Jawohl, Yogaretreat, Allgäu, endlich. Denn obwohl ich den Oktobertermin immer sehr mochte, mit den letzten warmen Tagen, wunderschönem Licht über den Almwiesen, Kuhglocken und ganz viel Atmen – ich kann das grade sehr gut brauchen. Aufregende wie anstrengende Tage liegen hinter mir; das Jahr 2015 hat schon zur Halbzeit einen ganzen Eimer voller atemstockender Erlebnisse für mich bereitgehalten. Der KSC ist fast aufgestiegen, dann aber doch nicht. Ich habe mein erstes eigenes Buch veröffentlicht, dem übrigens dieser Aufstieg in die 1. Fußball Bundesliga durchaus auch gut getan hätte … hätte … hätte … Fahrradkette. Zuvor war ich mit meinem Buch gleich fünfmal im Radio und einmal im Fernsehen. Neue Kunden, neue Projekte, Workshop-Wochenende, alles mit sehr viel Schnappatmung behaftet. Es wird Zeit, mal wieder durchzuatmen.

Und genau das gönne ich mir nun. Bis 9. Juni ist das Fräulein nicht am Rechner, sondern auf der Matte. Im Allgäu, mit Kuhglocken-Untermalung, mit bestem Essen vom großartigsten bairischen Ayurveda-Koch der Welt, und mit ganz viel Atmen.

Namasté, ihr Lieben.

Bis nächste Woche in neuer Frische. Habt Sonne im Herzen.