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Sandra Walzer, Fräulein Ideenfinderin

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Halloween Skelett Geist bei Sandra Walzer

Spookie oder Softie: Welcher Selbstmarkentyp bist du?

Selfmarketing geistert dieser Tage (Wochen, Monate) durchs Netz, wie es sonst nur Hexen an Halloween tun. Allerdings: Personal Branding ist kein Kurzzeit-Spuk, sondern ein prima Positionierungsinstrument. Etwas, mit dem sich Selbstständige beschäftigen sollten. Der eigene Auftritt wird zur Marke, die eigenen Werte zum Versprechen. Aber wie ist es um deine Selfmarketing Skills bestellt?

Hallo, wen (be)geisterst du so?

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Als Eigenmarke nicht erkannt zu werden – echtes Horror-Szenario. Fast noch schlimmer sind manch Social-Media-Kanäle, schon lange totgeglaubt, urplötzlich mit einem kurzen Zucken. Nur, um anschließend wieder für sehr lange Zeit in Grabesstille zu versinken. Sei kein Zombie: Bring das Blut potenzieller Kund*innen in Wallung. Sorge mit einem lebendigen Auftritt für mehr Sichtbarkeit. Du weißt doch: Facebook & Co. strafen per Algorithmus ab, wer zu lange kein Lebenszeichen von sich gibt.

Süße, gib Saures

Liebe selbstständige Frauen, das geht speziell an euch. Seid mutig! Tretet nicht zurück, sondern geht fest entschlossen den Schritt nach vorn. Aktuell werden wir noch viel zu häufig übersehen, und das geht mir auf den Geist. Es steht uns zu, auch mal Saures zu geben. Selbstverständlich können wir Preise knallhart verhandeln, gleichzeitig Leistungen mit leuchtenden Augen anpreisen und mit Qualität überzeugen. Löst euch von imaginären Ketten und zeigt der Welt, was ihr könnt.

Spooky Special: Teste deinen Selbstmarkentyp

Was du selbst draufhast in Sachen Selbstmarketing, sagt dir dieser nicht ganz ernst gemeinte augenzwinkernde (oder eher augenrollende) Test. Wie ist es um deine Wahrnehmung im Netz bestellt? Setzt du schon Spinnweben an? Oder (be)geisterst du mit kreativem Auftritt? Personal Branding und du, seid ihr euch spinnefeind? Oder schnitzt du bereits am nächsten Kracher? Finde es heraus.

Halloween Kürbis Gesicht bei Sandra Walzer

#1 Halloween

Jede Menge Kürbisse, Spinnweben und Süßigkeiten warten darauf, benutzt zu werden, „BOOH!“ zu rufen und auf sich und dein Angebot aufmerksam zu machen. Du …

 

… ignorierst den Hype und kannst Halloween, den neumodischen Mist aus den USA, sowieso nicht leiden. (A) 

 

… nutzt die günstige Gelegenheit für ein wenig Kettengerassel und erinnerst mit einem kleinen Mailing (natürlich nach DSGVO-Richtlinien) daran, dass du anstehenden Projekten den Schrecken nehmen kannst und mit deiner Leistung gern zur Verfügung stehst. (B)

 

… postest bereits eine Woche vor dem 31. Oktober nonstop Kürbisbilder & Co., spukst auf jedem Portal mit täglich mehrmaligem „Hier, hier bin ich, buchen Sie mich!“ und lässt kleine Kürbisse über deine Website tanzen. Kürbis- und Geist-Emojis sind obligatorisch in jeder deiner Nachrichten, und mit den neuesten Font-Awesome-Icons lassen sich jetzt auch Webtexte spooky halloweeny aufpeppen, whohoo. (C)

#2 Laternenumzugszeit

St. Martin, roter Mantel, Sonne, Mond und Sterne. Du …

 

… bestückst deine nach YouTube-Tutorial in tagelanger Handarbeit akribisch nachgebaute Laterne in Star-Wars-Todesstern-Form mit deinem Logo, textest „Laterne, Laterne“ um auf deinen Unternehmensnamen und verteilst während des Umzugs direkt hinter St. Martin auf dem Pferd deine frisch gedruckten Flyer. (C)

 

… lässt Job einfach mal Job sein, freust dich über die vielen Lichter und leuchtenden Gesichter und erinnerst dich daran, wie es früher für dich selbst war, als noch echte Teelichter in der Laterne steckten. Nach dem Umzug trinkst du heißen Punsch und notierst dir eine feine Newsletter-Idee für Ende November. (B)

 

… guckst irritiert auf den Star-Wars-Typen mit Laternenbranding und fragst dich, ob du vielleicht auch etwas lauter sein solltest in der Außendarstellung? Noch während dieses Gedankens verliert das Martinspferd ein paar Äpfel; du trittst nur mit Mühe nicht hinein. Deine Idee für etwas mehr Engagement bleibt leider stecken. Du willst ja auch nicht aufdringlich sein. (A)

#3 Heiße Weihnachtskartenphase

mit Grüßen an Geschäftspartner*innen und potenzielle Auftraggeber. Du …

 

… gehst im November an Konzeption und Produktion, bastelst eine Postkarte mit einer fabelhaften kleinen Idee, sagst herzlich danke für die Zusammenarbeit und gibst einen handschriftlichen Hinweis, auch 2019 frisch ans Werk zu gehen. (B)

 

… denkst ungefähr am 18. Dezember daran, dass das eine gute Idee gewesen wäre und machst dir eine Bleistift-Notiz auf einen Haftzettel, den du in deinen Kalender klebst (und spätestens im April verlierst). (A)

 

… hast im Oktober bereits die A5-Klappkarte in größerer Auflage drucken lassen, schreibst eine ausschweifende herzzerreißende Dankesrede, backst jedem seine*ihre Lieblingsplätzchen und packst alles zusammen in ein Paket, das an all diejenigen geht, die seit 2010 etwas bei dir angefragt haben. (C)

#4 Adventskalenderflut

Türchen öffnen sich an jeder Ecke im Netz, es nimmt überhand. Du …

 

… steigst ein. Volle Kanne. Du öffnest nicht nur jeden Tag dein Türchen, sondern bombadierst alle, die es lesen (oder auch nicht lesen) wollen, mit Hinweisen schon Stunden vorab, Erinnerungen ein paar Minuten davor, damit die aktuelle Tür nur ja nicht verpasst wird. Dazu: leicht erhobener Zeigefinger, wenn die heutige Tür bereits offen ist, so ganz ohne Reaktion. Am 6. und 24. Dezember legst du natürlich noch eine Schippe drauf mit Live-Countdown zum Türchenöffnen. (C)

 

… steigst aus. Macht ja wirklich JE-DER, da musst du nicht auch noch, zur Hölle! Sollen andere Klicks und Likes sammeln. Du dagegen schließt vom 1. bis 24. und konzentrierst dich auf dein Jahresendgeschäft, das seltsamerweise gar nicht so läuft, wie du dir das vorstellst. (A)

 

… steigst um. Klassisches One-to-twentyfour ist out, du lässt dir etwas anderes einfallen. Vielleicht sogar über den traditionellen Zeitraum, garantiert aber außer- bis ungewöhnlich und möglicherweise sogar ohne Türen. Die Gelegenheit, sich über drei Wochen lang nahezu ungestraft täglich ins Gedächtnis zu rufen, ist einfach zu günstig. (B)

 

Die Auflösung folgt sogleich, du kannst dir deine Buchstaben schon mal notieren. Vorher aber noch die elementare Frage:

Fokus oder Lokus?

Vielleicht liegt’s am miesen Image, das Marketing an sich heute hat (ich kämpfe immer noch für seine Reputation und finde absolut nicht, dass alles daran von Grund auf schlecht ist) … Das färbt ab aufs Selbstmarketing. Wer sich selbst, seine Persönlichkeit und sein Können in den Mittelpunkt rückt, gilt immer noch viel zu oft als selbstverliebt oder gar Schauspieler und fürchtet deshalb, viel zu schnell in Ablage P zu landen.

Veto! Du musst dir kein Bein rausreißen oder den Arm abhacken, um wahrgenommen zu werden. Eine Rolle zu spielen, die dir nicht liegt – gar nicht nötig und eher kontraproduktiv. Oder, um noch deutlicher zu werden: Etwas vorzugaukeln ist für’n A…llerwertesten.

Nutze lieber kleine kreative Tipps und Tricks, um authentisch in den Fokus zu rücken, in den Kopf möglicher Kund*innen zu gelangen und dort zu bleiben. Die gleiche(n) Farbe(n) für Website und Wintermantel oder bestimmte Worte, die immer wieder auftauchen sind da nur zwei von unendlich vielen Möglichkeiten. (Tipp: Nimm dir deine Süßigkeitentüte und sammle hier bei mir immer wieder feine Empfehlungen zum Selbstmarketing.) Du weißt ja jetzt, wie voll deine sprichwörtliche Tüte schon ist, wieviel noch reinpasst und was dir besonders gut schmeckt.

Die Auflösung:

A, B oder C? Schnell zählen, falls noch nicht geschehen, und gleich nachschauen, was sich dahinter verbirgt. Schaurig oder schön? Boohoo! Wir werden sehen.

 

Vor allem A: Hui-Buh

Du würdest ja gern sehr viel mehr im Kopf deiner Kund*innen herumgeistern, bist aber zu nett. Willst nicht aufdringlich sein, und andere können das sowieso viel besser. Achtung: Verfall nicht in Schwermut oder gar Impostor Syndrome. Du bist gut! Du musst es den Menschen, die deine Dienstleistungen buchen oder/und dein Produkt kaufen sollen, aber auch zeigen. Sei mutig! Auch Hui-Buh hat schließlich Leute erschreckt. Selbstmarketing geht auch „in nett“ – ein bisschen Kettenrasseln gehört aber dazu.

 

Überwiegend B: Dr. Malcom Crowe

Der Psychologe aus The Sixth Sense, gespielt von Bruce Willis, anno 1999, du erinnerst dich vielleicht? (Warnung: Spoiler) Weiß nicht, dass er tot ist und gibt alles bei der Lösung seines Rätsels. Lässt sich selbst überraschen und löst sich von festgezurrten Überzeugungen. Genau die richtige Portion Aufrütteln, mitreißendes Engagement, überraschende Wendung: Du bist wie Dr. Crowe und hast es drauf mit dem Personal Branding.

 

Hauptsächlich C: Der blutige Baron

Furchterregender Hausgeist aus dem Hause Slytherin in Hogwarts, Harry Potter. Blutiger Umhang, wenig Worte, viel Eindruck: Vor ihm haben Menschen wie Geister Respekt, wenn nicht gar Angst. Ein Blick reicht, und alle fliehen. Heißt für dich: Du gibst immer mindestens 120 Prozent. Andere ziehen den Hut vor dir, aber vielleicht auch, um sich zu verstecken. Dein Engagement in Ehren – aber fahr etwas herunter. Niemand soll schließlich Angst vor dir haben oder entnervt die Flucht ergreifen. Ein bisschen nahbarer, netter, nachgiebiger, schon klappt’s auch mit den (Neu)-Kunden. Blut, Schweiß und Tränen darfst du gern trotzdem geben, nur nicht jedes Mal das volle Programm.

 

A, B und C gemischt: Sam

Seine Nachrichten in Ghost hast du vielleicht noch vor Augen. Patrick Swayze, Demi Moore und Whoopi Goldberg in herzzerreißender Mission. Und du? Liebst das Töpfern, soll heißen: Du findest meist den richtigen Ton. Manchmal aber gibst du mordsmäßig Gas, erscheinst plötzlich ständig im Postfach deiner Kund*innen und entwickelst schon fast blinden Aktionismus. Brems dich ein wenig, aber nutz deinen Schwung ruhig hin und wieder. Denn wenn du in Lethargie verfällst, verschwindest du ruckzuck von der Bildfläche. Setz deinen sechsten Sinn für die passende Ansprache öfter ein – Abwechslung zwischen „ordentlich Dampf“ und „kontrolliertem Rückzug“ tut Sender und Empfänger gut. Wenn dann dein Name auftaucht, ist es am Ende immer eine Freude, ganz ohne Schrecken.

 

Halloween Gespenst, spooky ghost bei Sandra Walzer

Über die Autorin

Fräulein Walzer, Storyteller. Gute Geschichten erzähle ich als Texterin und Konzeptionerin, Trainerin und Coach, Brillenbloggerin und Fußballautorin – privat seit etwa 30 Jahren, beruflich seit 1997, selbstständig seit 2010.

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