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Sandra Walzer, Fräulein Ideenfinderin

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Sechs sexy Selbstmarkenvorteile

Ist eine Marke zu sein abtörnend oder attraktiv? Diese drei Antworten verraten, wie ich das sehe. Und wenn Sie das noch nicht überzeugt, bringen Sie sechs (uuh, sechs) Argumente pro Personal Brand dazu, auf Selbstmarken zu stehen.

Überstülpen is’ nich’: Sprechen wir über Kondome und Selbstmarken

Das mit den Marken, das hat was von Kondomen. Oder besser gesagt – sollte es nicht haben. Oder nur, wenn … Moment. Von vorne. Vorsichtig das Tütchen aufreißen. Genau, aufreißen! Darum geht’s. Um echte Gefühle, anziehende Wirkung, attraktives Aussehen, um innere Werte und die ausufernde Lust auf jemanden. Keinesfalls jedoch ums Überstülpen. Wer eine Marke sein will, die geliebt wird und im Kopf bleibt, sollte sich nichts aufsetzen, sondern ganz er oder sie (oder …) selbst sein.

einhorn Kondom mit Tuete bei Sandra Walzer

Joachim „Joko“ Winterscheidt (der von Joko und Klaas, Cirkus HalliGalli, Podcaster mit Paul Ripke, Moderator, Schauspieler, TV-Mensch, begeisterter Werber und selbst so betitelter gescheiterter Modelabelgründer) hat in einem Podcast mal gesagt, er sehe sich nicht als Brand. Personal Branding, das sei nichts für ihn, es fühle sich aufgesetzt an. Sein Konterpart, Klaas Heufer-Umlauf, würde das – in Jokos Augen – perfekt beherrschen und sich auch gern und freiwillig so positionieren. Darüber habe ich lange nachgedacht. Ist es billig oder besonders, als Marke aufzutreten? Lässt sich das überhaupt so einfach in eine Schublade stecken? Ist es clever oder Klamauk? Authentisch oder aufgesetzt? Ich wollte Antworten. Und habe diese drei gefunden.

Antwort 1: Ja, Marken – auch Selbstmarken – funktionieren. Aber nur auf dem ehrlichen Weg. So tun als ob ist nicht die Lösung. Dann ist es keine Marke, sondern ein aufgesetzter Hut, der nicht passt, zu groß ist oder zu klein, zu bunt ist oder zu grau, zu viel Krempe zeigt oder zu wenig Kreativität. Dieser Hut zeigt jemanden, der gar nicht ist, was er oder sie zu sein scheint. Ein Markenbild muss passen. Das Schöne bei Selbstmarken: Sie haben selbst in der Hand, wie dieses Markenbild aussieht.

Antwort 2: Ja, gute Markenauftritte verdienen Liebe. Oder zumindest Begeisterung. Viele Menschen geben diese gern, wenn sie spüren, dass die Marke sich ehrlich Mühe gibt. (Naja, klingt wie im Zeugnis.) Straffen wir das ein bisschen: wenn wir spüren, dass die Marke es ehrlich mit uns meint. Ja, Marken wollen und sollen verkaufen. Tun sie das auf authentische Weise mit einer Botschaft, die ich ohne Mühe glauben kann und mag – voilà, Love Brand. Ich fühle mich von der Marke gut behandelt, und sie darf sich von mir geliebt fühlen. Gern für länger.

Antwort 3: Ja, ich fühle mich als Marke, und als solche sehr wohl. Weil ich keine Rolle spiele, auch keine, die ich mir selbst auferlegt habe. Stattdessen investiere ich Mut, Ideen und Einsatz, um als die Marke wahrgenommen zu werden, die sowieso in mir steckt. Wie? Das habe ich selbst in der Hand. Meine Markenidentität ist eine ganz natürliche, von innen heraus gestärkte Corporate Identity. Trete ich als Marke auf, lasse ich einfach nur Unwichtiges weg und betone Bestimmtes.

Vorspiel ja, vorspielen nein

Sie sehen: Für mich ist die Sache mit den Selbstmarken eine gute. Und ich denke, Marken haben immer eine Chance verdient. Ob sie diese nutzen, liegt in ihrer Hand. Sie von vornherein abzustempeln, ist nach meinem Empfinden nicht fair und erinnert wieder an die Überzieher. Das Gefühl des Verurteiltwerdens: kennen Sie? Kaufen Sie in Gedanken mal eine Packung Kondome. Die kaufen Sie höchstwahrscheinlich nicht, wie Sie eine Packung Waschmittel kaufen. Testen Sie sich selbst – was denken Sie als Käufer*in? Checken Sie heimlich aus dem Augenwinkel, ob jemand Sie beobachtet? Fragen Sie sich, was andere wohl denken, warum Sie genau jetzt und hier eine Packung Kondome erstehen wollen – beginnen Sie, sich zu rechtfertigen, „ist doch bloß für einen Artikel“?

einhorn Kondom nicht abgerollt mit Verpackung und Tuete bei Sandra Walzer

Und umgekehrt: Was denken Sie über die Kundin vor Ihnen, die eine Packung Kondome aufs Band legt? Sehen Sie sich ihre Kleidung an? Fragen Sie sich, wer und wie der glückliche Zweite wohl sein wird, oder warum sie und nicht er kauft? Personal Branding hat, genau wie der Kondomkauf, viel mit Vorurteilen zu tun. Dabei ist ein Vorspiel fein, nur zum Vorspielen sage ich nein. Ein anregendes Vorspiel macht Appetit und Laune, die Marke macht Werbung für sich, flirtet mit mir, bevor sie mir das volle Programm bietet.

Wie ist das jetzt also mit den Selbstmarken? Gut oder schlecht? Das können Sie selbst entscheiden. Ich für meinen Teil finde durchaus anziehend, wenn jemand, der der Welt etwas anzubieten hat, als echte Marke selbstbewusst auf beiden Beinen steht. Und ich helfe Menschen gern dabei, ihre Platzierung und Positionierung am Markt zu finden und zu behaupten. Es gibt nämlich eine Menge Pluspunkte für gutes Personal Branding.

Sechs sexy Selbstmarkenvorteile

#1 Starke Marken packen an. Mit beiden Händen, kräftig, aber ohne weh zu tun. Sie packen mich im Innersten, so, dass ich mehr haben will, heftig nicke und ja sage, JA, da habt ihr mich, das will ich auch. Tipp: dem Bauchgefühl vertrauen. Starke Emotionen sind die, die mich bewegen und dazu bringen, etwas zu tun. Ein bisschen Haha reicht nicht aus, viel Hurra bringt in Schwung. Huzzah!

 

#2 Gesunde Marken bringen Spaß. Eben weil sie selbst so begeistert sind von dem, was sie vermitteln. Sie reißen mit, mitten rein in ihre Welt, und ich springe freiwillig. Tipp: Locker bleiben und auch mal persönlich werden. Nicht privat – persönlich. Dann will mich auf sie einlassen und hören, was diese Marke für mich und mit mir tun kann. Juhu!

 

#3 Große Marken machen Lust auf mehr. Und dabei bezieht sich groß nicht auf das Unternehmen. Große Marken (beziehungsweise die kleinen, mittleren, großen Unternehmen dahinter) haben verstanden, dass es um die Story geht. Nicht darum, dass oder was verkauft werden soll – das kommt automatisch. Wenn ich Lust habe auf die Marke, dann will ich auch mehr von ihr. Passiert von selbst. Tipp: Call to Action. Das ist vielleicht simpel, aber ganz sicher nicht plump. So eine Aufforderung (zum Download, zum Newsletter-Abo, zum Weiterlesen eines anderen Artikels) weist ganz entspannt den Weg zu mehr. Yay.

 

#4 Zuverlässige Marken ziehen an. Fast schon magnetisch fühle ich mich in ihrer Nähe wohl. Etwas von ihrem Glanz strahlt auf mich ab, und das ist nicht eifersüchtig gemeint, sondern 100 Prozent positiv. Wer auf eine konsequente Marke setzt, profitiert. Die ist nicht mit sich selbst beschäftigt und blind für die Welt drumherum, sondern klar konzentriert auf das, was Sie von ihr wollen. Und zwar jedes Mal, wenn Sie es wollen. Fade Das-mit-den-Fähnchen-Ideen kriegen einen Korb, starkes Storytelling begeistert Sie jedes Mal aufs Neue. Oooh ja.

 

#5 Liebenswerte Marken gehen tief. Sie erfüllen mit Freude, sie geben das, was sie zu geben imstande sind. Manchmal sogar ein bisschen mehr. Und eins sind sie auf jeden Fall: Ihre Loyalität wert. Love Brands lohnen die Treue; wer ihnen verfallen ist, ist das gern und aus freien Stücken. Weil sie uns ganz tief drin berühren und wir an ihrer Seite bleiben wollen. Mehr noch, wir identifizieren uns mit ihr. Das schafft nur ehrliche Begeisterung. Aufgesetztes Gestrampel? No, no, nooo.

 

#6 Erfolgreiche Marken sorgen für Gänsehaut. Die gute. Die, bei der wir zittern: vor Lachen, Aufregung, Nichterwartenkönnen. Auch weit ab vom Bett und mitten im Business funktioniert das. Gute Selbstmarken schaffen, dass Sie sich freuen. Auf das kommende Produkt, die nächste Idee, den tollen Auftritt. Oh la la!

 

einhorn Kondome abgerollt und aufgerollt bei Sandra Walzer

Haben Sie jetzt Lust, loszulegen? Nutzen Sie das. Verabreden Sie ein Date mit Ihrer Marke. Je mehr Motivation Sie reinstecken, desto authentischer wird, was herauskommt: Wenn Sie voll dahinter, darauf und dazu stehen, was Sie als Personal Brand verkörpern, nimmt Ihnen das jeder ab. Und fragt im besten Fall nach Ihrer Nummer.

Zu lang? In kurz:

Marke ja, überstülpen nein. „So tun als ob“ ist selten empfehlenswert und garantiert nie zufriedenstellend. Nicht im Job, nicht im Bett, nicht im Selbstmarketing. Früh genug wird Ihr Gegenüber spüren, dass da etwas nicht stimmt. Echte Emotion und eine starke Story kommen an: vor allem von Personal Brands.

Über die Autorin

Fräulein Walzer, Storyteller. Gute Geschichten erzähle ich als Texterin und Konzeptionerin, Trainerin und Coach, Brillenbloggerin und Fußballautorin – privat seit etwa 30 Jahren, beruflich seit 1997, selbstständig seit 2010.

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