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Sandra Walzer, Fräulein Ideenfinderin

Fräulein folgen:

Das Paradies ist 23,46 Kilometer lang

Außerdem braucht es 33.234 Schritte, um hindurchzugehen, und 170 Minuten Yoga, um es irgendwie zu überleben. Auch, wenn das nun gar nicht so paradiesisch klingt: Die opti ist fürs Fräulein mit Brille der Himmel auf bairischer Erde. Und jeden Schritt, jeden Kilometer, jeden Schmerz wert.

opti 2018

Auch 2018 durfte ich wieder bei DER Brillenmesse in Deutschland zu Gast sein, diesmal mit einer Halle mehr, mit 668 Ausstellern aus 40 Ländern und auch diesmal wieder, wie schon 2017, mit dem Blogger Spectacle plus dazugehörigem Award. Warum Schmerzen dazugehören und welche der 668 Messeaussteller ins Fräulein’sche Herz gehopst sind – kommt alles gleich. Die Zusammenfassung: 170 min Yoga, 23.46 km, 33.234 Schritte, 48 Etagen, 5 Hallen, 28.430 Besucher, über 20 Blogger. PS: Durchkämpfen ist es wert. Echt. Apropos wert …

Beachtenswert: Rund, Retro, Remix

2018 hatte die opti nicht nur gleich eine ganze Messehalle mehr, sondern wirklich Neues im Gepäck. Habe ich mich letztes Jahr noch gefragt, was denn nun überhaupt die Trends sind, war es diesmal im Januar in München eindeutig. Rund. Retro. Remix. Soll heißen: Rund rund rund sind alle alle Gläser, immer mehr, immer größer, ausgefallener, kleiner, filigraner, bunter, matter, egal, Hauptsache rund. Und ich? Dachte immer, rund steht mir nicht, rund mag ich nicht, papperlapapp! Rund ist super. Ich liebe rund. This is the thing.

Außerdem wird Retro oder Vintage wohl immer bleiben, ich weiß gar nicht mehr, wann das angefangen hat und ob es jemals wieder aufhört, aber Retrofassungen als Hommage an vergangene Jahrzehnte und Jahrhunderte bleiben. Werden neu interpretiert. Sind immer noch in.

opti 2018: Lunor, die Brille von Steve Jobs und das Brillenfräulein Sandra Walzer

Die Brille von Steve Jobs (und von Lunor)

opti 2018: Neubau Eyewear, Flo und das Brillenfräulein Sandra Walzer

Neubau Eyewear mit Flo

opti 2018: Einstoffen und das Brillenfräulein Sandra Walzer

Einstoffen geht mit dem Trend

Und schließlich der Materialtango. Die Designer und Labels tanzen den Naturgesetzen auf der Nase herum, kombinieren Stein und nein, nicht Schere, aber Papier, Leder, Acetat, Horn und Metall, Blumen, Kräuter, Comics. Drauf und hinein darf, was gefällt und hält. Remix it to the max. Das wirklich Faszinierende daran: Es funktioniert. Was letztes Jahr noch ein bisschen gewollt, aber unkgekonnt aussah, kommt dieses Jahr fein abgestimmt mit kleinen Nuancen und großen Kombis, ausgefeilt bis ins Detail.

Erstrebenswert: Nina, Nord, Namasté

Wie schon 2017 zur Premiere ging die opti auch 2018 wieder mit einem ganzen Haufen Eyewear- und Fashion-Bloggern (Bloggers? Bloggae?) an den Start. Der Supersamstag im Überblick:

• opti-Walk&Blog-Tour mit Besuch der Top Seven

• Vorstellung der neuesten Neuheiten am Stand von ZEISS Vision Care

• Boxen-Stopp bei den Opti Boxes – 16 Aussteller in je 120 Sekunden

• Wahl des Blogger-Spectacle-Award-Gewinners

• Lustiges Lupensuchen bei ZEISS

• Wiedersehen mit Pepper

• opti-Rundgang, oder eher Rund-Run

• Award-Verleihung auf dem opti-Forum in der Halle am Ende der Welt Messe

• PaperEyes, die Rückkehr

• Standparty mit Oliven

• Taxifahrt des Todes

• Last-Minute-Thai-Imbiss (scharf)

Wir Blogger haben die heißen Newcomer kennengelernt, uns über Material, Formen, Farben unterhalten und schließlich entscheiden dürfen, wer den 2. Blogger-Spectacle-Award bekommt.

opti 2018: Gruppenbild mit Blogger und Brillenfräulein

Gruppenbild mit Bloggern und Brillenfräulein

Die Top Seven:

Einstoffen

Götti

Lunor

Maui Jim

Monogram Eyewear

neubau eyewear

Salt. Optics

Diese Sieben gaben dann auch direkt einen Eindruck, was mit Materialien alles möglich ist, mit wie viel Handarbeit und Herzblut Brillen entstehen können, wo noch ein bisschen mehr Farbe geht und dass Rund eben das Ding 2018 ist. Siehe oben. In den 16 opti Boxes ging’s dann zur Sache, reichlich Input, zusammengepresst in je zwei Minuten und hineingepresst in die Köpfe, seht’s mir nach, dass da Details quasi unmöglich sind.

opti 2018: Mouet Eyewear und das Brillenfräulein Sandra Walzer

Brillenfräulein zeigt: Mouet Eyewear

opti 2018: Gazusa und das Brillenfräulein Sandra Walzer

Brillenfräulein zeigt: Gazusa

opti 2018: Einstoffen und das Brillenfräulein Sandra Walzer

Brillenfräulein zeigt: Einstoffen

Die Übersicht der 16 Award-Kandidaten:

EYEL

GAZUSA

HEADRIX

• helden optical

Impressio

La Golondrina Eyewear S.L.

LASK eyewear

lool

Mapleton

Mouet Eyewear

NINA MÛR eyewear

PaperEyes

Philippe V.

QBSEE S.R.L.

REZIN SARL

VOYOU

Fräuleins Favorit: Na klar, PaperEyes. Brillen aus Papier, mit Comics, Zeitungen, Text, Buchstaben, HURRA! Mein Herz hüpft, sowohl das Brillenherz wie auch das Texterherz, logo. Die Papierbrillen gaben sich dann auch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Nina Mûr – das die Verwandlungskünstler mit ihren außergewöhnlichen Holzbrillen für sich entscheiden konnten. Schade, aber meinen Applaus, denn sie haben den Award wirklich verdient, die beiden. Lorena Serrano und Davide Fichera sind zwei wunderbare, herzliche Brillenmenschen mit so viel Liebe für das, was sie tun. Und ihre Freude war so ansteckend, dass ich mich ehrlich mitfreue. Die Brillen: aus Holz und mit Seele, Charakter, Anziehungskraft. Beide übrigens, PaperEyes und Nina Mûr, sind der lebende Beweis: Materialmix ist auf dem nächsten Level angekommen.

opti 2018: Blogger Spectacle Award Gewinner Nina Mûr beim Brillenfräulein

Lorena Serrano und Davide Fichera von Nina Mûr

opti 2018: Blogger Spectacle Award Paper Eyes

Mein Sieger: Paper Eyes

opti 2018: Blogger Spectacle Award und das Brillenfräulein Sandra Walzer opti 2018: Blogger Spectacle Award Gewinner Nina Mûr

Angekommen sind wir am Abend des Wahnsinnstages übrigens auch – am falschen Ausgang. Also die gaaaaanzen Wege wieder zurück, zum Ausgang Nord. Uff. opti: Thanks for having me. Und nachdem mich schon der erste Gang durch die Messehallen am Freitag sowie eine … nennen wir es für den Rücken anstrengende Nacht hinter mir hatte, war ich froher als froh, tatsächlich die Yogamatte mitgeschleift zu haben. Der herauf- und herabschauende Hund haben mich ganz ohne Brille jeden Morgen wieder gerettet, halbwegs. Namasté.

Gold wert: Team, Technik, Tassen

Ein Orga-Team, das diesen Namen und mindestes ein Krönchen verdient: Danke Euch allen. Ich lupfe den imaginären Hut, jetzt, wo ich mich wieder einwandfrei bewegen kann. Ein Hoch außerdem auf die Technik mit Kamera, Smartphone, Audioempfänger und Herzluftballon – wir waren dieses Jahr richtig viele, und so ging kein Blogger, keine Brille und kein Fotomotiv verloren. Schade nur, dass es die tollen Eyecatcher-Tassen diesmal nicht gab, die hat hier einen Ehrenplatz. Was es gab: wieder hervorragenden Kaffee. Puh. Lebensnotwendig.

Liebenswert: Wald, Welt, Wild

Was waren meine persönlichen Highlights auf der opti 2018? Verrate ich Ihnen. Der Wald, die Welt und wilde Ideen. Der Wald in Form meiner absoluten Traumbrille, na klar, von Sashee Schuster, von wem auch sonst, „Laubwald“, an mein Herz. Groß, ganz ganz groß, liebe Sashee. Ich Waldkind bin hoffnungslos verliebt und verloren, für alle Zeit. Die Welt, weil ich als einzelkämpfende Texterin, Autorin und Konzeptionistin den lieben langen Tag allein am Schreibtisch verbringe, zu 98 Prozent meiner Zeit. An manchen Tagen nicht mal telefoniere. Und so bringt mir die opti die Welt ein Stück näher, in Brillenform, perfekt. Bekannte Gesichter aus dem letzten Jahr, neue Gesichter dieses Jahr, und noch dazu so viele Menschen mit so unfassbar tollen Brillen, das lädt meinen Akku nonstop wieder auf. Ungefähr so oder noch viel eher wie die Szene im All, etwas sonnennäher (leider nicht gefunden, Sie wissen aber, was ich meine, oder? Wer weiß, wo’s die Szene gibt, bitte in den Kommentaren verlinken. Danke.)

opti 2018: Funk Brillenmanufaktur, Sashee Schuster Laubwald

Brillenfräulein zeigt: “Laubwald” von Sashee Schuster, Funk Brillen

opti 2018: Sandra Walzer mit Sashee Schuster Laubwald

Brillenfräulein trägt: Sashee Schuster, Funk Brillenmanufaktur, “Laubwald”

Wilde Ideen haben schon von Natur aus einen Stein im Brett bei mir, auch wenn ich seltsamerweise bei Brillen die ganz abgefahrenen Designs gar nicht so sehr mag. Wer aber mit handwerklicher Hingabe arbeitet, wie immer mehr Labels, der hat meinen aufrichtigen Respekt. Und so freue ich mich, Nina Mûr und all die anderen kennengelernt zu haben, die nicht auf Masse und industrielle Schnellabfertigung von Band und Stange, sondern auf Muße, Muse und Manufakturgedanken Wert legen.

Im Kopf geblieben:

Die Besucher vor Ort – ihre Brillen, ihre Buntheit. Ich war Ende Januar auf der Creative World in Frankfurt; auf einer Messe für Kreatives und Handarbeit, für alle, die malen und illustrieren, zeichnen und basteln, künstlerisch tätig sind und dafür Material brauchen. Man sollte doch meinen, dort seien ähnlich bunte Menschen unterwegs? Ha. Von wegen. Grau, schwarz, langweilig, bäh. Sehr viele Messestände noch mehr Besucher. Uh.

Maui Jim – auch wegen ihrer Buntheit. Surfer aus Australien eben. Ich mochte die Brillen, ich mochte die Maui Jim people, die Farben, den Effekt, die Laune, alles. Und hey: „Unser Hauptsitz befindet sich in Lahaina, Maui, wo wir immer noch all unsere Sonnenbrillen testen.“ Ich finde, sie sollten mich mal einladen. Dann bringe ich auch das fehlende „i“ auf der Seite mit.

opti 2018: Sandra Walzer mit Maui Jim

Brillenfräulein trägt: Maui Jim

opti 2018: Maui Jim, Dr. Patrik Hof und Sandra Walzer

Voyou – ok, nicht wegen ihrer Buntheit. Dafür mit ihrer Messtechnik. Denn Vouyou misst nicht computergestützt, sondern geht zurück zum Analogen. Weil sie finden, dass das, direkt „am Kunden“, immer noch am persönlichsten und besten funktioniert. Ein Ansatz, den ich nachvollziehen kann, bei aller Liebe zu 3D und Rundum-Messung und Avatar und haste nicht gesehen. Die weltweit einzigartige Maßnehmebrille verspricht die Ermittlung genauer anatomischer Werte direkt am eigenen Gesicht – Brille nach Maß also. Pluspunkt: Messung auch hinter dem Ohr, um die Länge des Bügels zu ermitteln; so sitzt die Brille dann angeblich an jedem Punkt perfekt.

opti 2018: Maßnehmebrille bei Vouyou

Auf der Nase geblieben:

Neubau Eyewear mit Flo. Die erste Fassung, die ich während unseres Besuchs bei den Top Seven bewusst wahr und gern in die Hand genommen habe. Rund (eh klar), gold (seit hier auch nicht überraschend), anders. Fräulein & Flo = ♥ Ich gestehe: Bei der Vorbereitung auf opti und Blogger Spectacle sind sie mir zunächst gar nicht so ins Auge gefallen. Hmnajaok, aber mehr nicht. Auf der opti dann auch noch nicht so richtig, wir mussten erst warm werden. Und dann wurd’s wärmer und wärmer und immer wärmer. Ich kam bestimmt dreimal zurück zum Neubau-Stand (hey Eva, es war echt nett mit Dir), nicht nur wegen des Sofas, und drehte Flo in meinen Händen hin und her. Setzt auf und ab. Und sagte ja zu Flo. Whoop!

opti 2018: Neubau Eyewear und das Brillenfräulein Sandra Walzer

Brillenfräulein trägt: Flo von Neubau Eyewear

opti 2018: Neubau Eyewear und das Brillenfräulein

Die Österreicher machen das gut. Sie machen Brillen als Statements. Sie haben eine Site, die ich wirklich mag. Sie sind sympathisch. Sie sind aus dem wunderbaren Wien. Walzer trägt Wien, ich meine, hallo, besser geht es doch gar nicht. Herz tanzt Dreivierteltakt. Und glänzt golden. Neubau, ihr habt einen neuen Fan. Ich merke das jetzt erst so richtig, aber: Ja. Jajaja.

PaperEyes mit Portlligat Comic. Das war, ganz im Gegensatz zu Neubau, Liebe auf den allerersten Blick. Brillen aus/mit Papier, Comics, Zeitungen, Text, ich komme gar nicht mehr raus aus dem Schwärmen. Dazu sind die PaperEyes-Leute so herzig, hach, und ja: Der Comic darf bleiben. Wobei die Zeitung auch toll … Hrmpf. Gucken Sie doch!

opti 2018: Paper Eyes und das Brillenfräulein

Brillenfräulein trägt: Paper Eyes

Im Herz geblieben:

Dieter Funk, Sashee Schuster, die Süßigkeiten und Capri Sonne am Funk-Stand und natürlich der Laubwald, siehe oben. Auch wenn ich Neu-Neubau-Fan bin, ebenfalls siehe oben, auch wenn Paper Eyes so wunderbar zu mir passt, auch wenn es in Hawaii (man sagt „in“, habe ich grade erst gelernt) warm und sonnig und wonnig ist … Niemand kommt – bisher – an Funk ran. Ist so, bleibt so. Funk & Fräulein it is. (Randnotiz: Kinsau, ich komme. Bald. Haltet den Laubwald bereit. Und die Capri Sonne.)

opti 2018: Sandra Walzer am Stand von Funk Food

Der Stand von Funk Food

Bikini Mitte. Klingt jetzt sehr anders als das, was es ist, aber warten Sie. Ich erzähle und erkläre. Es ist klein, es ist voll, es ist saulecker. Es ist ein Deli und es ist gemütlich. Ich suchte Freitagabend nach dem ersten Messetag einen Happen zu essen, „was Leckeres, nicht so Normales, nix Langweiliges, weißte Google, such halt mal und finde mir was“, und Google fand mir was, das perfekt war. Wundersame neue Welt.

Satt? Zufrieden?

Fein. Zum Dessert können Sie ja in Ruhe die Bilder oben angucken. opti: Ich freue mich aufs nächste Jahr.

Mehr lesen, sehen, hören:

This is the thing, singt auch Fink.

Round and round.

Die opti in Text, Bild und Zahl.

Sebastian von Männer-Style über die opti. Spoiler: Wir haben ein kleines Fräulein versteckt. Finden Sie es?

Bru’s Sicht auf bzw. durch die Dinge.

Julies Dresscode mit ohne Brille.

Faceprint zeigt Impressionen und Leckeres.

Ich selbst als Fräulein Walzer über die opti. In neon. Und mit der Herleitung zu den ganz oben genannten Zahlen.

Fräulein mit Brille schaut zurück auf die opti 2017.

Über die Autorin

Sandra Walzer ist Fräulein mit Brille: Storyteller, Brillenbloggerin. Ich erzähle die Geschichten durch zwei Gläser gesehen und kämpfe gegen die Tücken und Flecken des Brillenträgerinnenalltags.

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