Die neue Kritzelgeschichte sagt Ahoi. Denn diesmal geht’s an Bord und rauf aufs Papierschiff. Wenn man’s genau nimmt, dann war das Papierschifffalten einst in Kindergarten & Co. irgendwie sogar Origami. Japanische Faltkunst, nur ohne Japan und meist auch ohne Kunst. Aber mit Freude. Ein Papierschiff ist was, das mich seltsam warm berührt. Dich auch? Dann komm mit auf eine kleine Reise.

Auf meinem Papierschiff, da bin ichKapitänin

Origami nämlich mag ich ziemlich gern, ich bin immer noch dran, tausend Kraniche zu falten. Bringt Glück. Aber heute und hier ist das Glück aus Papier. Wie geht das noch mal?

A4-Papier, in der Mitte knicken, noch mal in der Mitte knicken, Ecken reinfalten. Überstehenden Rand auf beiden Seiten hochbiegen, Ecken umklappen, erste Station: der Hut (der hat drei Ecken, oder eher vier). Den dann aufklappen, Ecken hochfalten, auseinanderziehen, bitte sehr: Boot. Kannst du’s noch? Probier’s mal, jetzt, hier! Ohne Gucken, ohne Googeln. Los!

Illustration Papierschiff

Und, hat’s geklappt? Fast wie Fahrradfahren, findste nicht? Verlernt man nie. Braucht nur ein bisschen Auffrischung und Übung. Fertig gefaltet, wird es zu Wasser gelassen. Wie aufregend! Schwimmt es? Wie weit? Wo bleibt’s hängen? Wann weicht das Papier zu sehr auf und macht das kleine tapfere Boot seeuntüchtig?

Kleine Detailverliebte haben bunte Fahnen ausgeschnitten und mit Zahnstocher oben an den „Mast“ gesteckt. Große Detailverliebte haben sich ein Papierbötlein aufs Handgelenk tätowieren lassen. Allzeit Ahoi.

Sandra setzt Segel

Seltsam: Ich war damals nie traurig, wenn sich ein Schiffchen verabschiedet hat. Hauptsache, es fuhr für ein paar Augenblicke zur See (also zum Bach). Wie gut man als Kind loslassen konnte … Wann hat das aufgehört, und warum?

Was nicht aufgehört hat: Ich mag den Norden noch mindestens so sehr wie als Kind. Seglerin bin ich nicht, obwohl ich mal ein Landschulheim am Bodensee verbracht und währenddessen erfolgreich einen Segelkurs absolviert habe. Wo ist eigentlich die Urkunde dazu geblieben? Das war schräg, wie nach den Tagen auf dem Wasser der feste Boden weiterschwankte.

Papierschiff-Parallelen

Apropos schräg und schwanken: Mag ich auch. Vor unbekannten Gefilden schrecke ich nicht zurück, auch beim Schreiben von Texten und Entwickeln von Konzepten nicht. Da erst recht nicht. Ich stürze mich gern in die Wellen, ich mag die kleinen Dinge und probiere gern aus, ob’s schwimmt. Und wenn wir untergehen? Bastle ich was Neues. Man muss auch loslassen können.

Illustration Anker

Ein Sommer aus Papier

Ach, noch was: Stop Motion mag ich auch echt wirklich richtig wahnsinnig doll gern, und Anna Depenbusch, die auch. Wir beide, Anna und ich, wir laden dich jetzt ein: aufs Papierschiff. Guck mal. (Nur Glanzpapier, das nicht so. Lieber matt.) Und hier kommt der ganze Sommer aus Papier. Ahoi!