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Sandra Walzer, Fräulein Ideenfinderin

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Über das Lernen und das Lehren

Ein Prost, einen Toast

Wenn ich anstoße, dann höchst selten mit alkoholischen Getränken. Es geht mir ja meist um den Anlass, nicht um den Glasinhalt, obwohl ich einem guten Glas Wein oder Champagner … Das verfolge ich jetzt mal nicht weiter, führt an dieser Stelle zu weit. Cidre oder eher noch Cider, die englische Variante des prickelnden Apfelschaumweins, könnte ich mir wohl gefallen lassen, oder Äppelwoi bzw. Ebbelwoi aus dem nahen Hessen vielleicht, das nicht sprudelnde Pendant dazu. Dass übrigens Cider auf der Insel aus dem Zapfhahn kommt, finde ich fast schon großartig. Bis zu 11 Prozent kann der haben, hui, und getrunken wird er aus dem Pintglas. Der hessische Eppler dagegen wird im Bembel serviert. Und das, zumindest in Frankfurt, seit 1600. 1638 wurde per Ratsverordnung – ähnlich dem Bier – ein Reinhaltegebot erlassen, an das sich Apfelweinkelterer bis heute zu halten haben. Prost. Französischen Cidre, das sei noch erwähnt, gibt es je nach Qualität sogar nach traditioneller Methode der Flaschengärung, jetzt wird es dann doch interessant. Aber ich wollte nicht rütteln, sondern mit Ihnen anstoßen! Worauf?

Auf das Lernen, auf das Lehren

Wiebitteworauf? Auf das Lehren, jawohl, und auf das am 1. Oktober gestartete Wintersemester 2017/18. Dass Sie den Begriff Wintersemester überhaupt von mir – und auch noch an so prominenter und mir am Herzen liegender Stelle – zu lesen bekommen, ist durchaus bemerkenswert, denn erstens habe ich nicht studiert, zweitens habe ich das in diesem Leben sehr wahrscheinlich auch nicht mehr vor, drittens habe ich mich schon so manches Mal mit studierten Menschen und der angeblichen Minderwertigkeit einer Ausbildung, nennen wir es „auseinandergesetzt“, und viertens darf mich jeder buchen und lesen, egal, ob studiert oder nicht. Warum also ist das Wintersemester relevant für mich und das Fundbüro im Oktober? Weil ich jungen Menschen das Texten beibringen darf. Das Fräulein setzt sich den Dozentenhut auf: Hoch offiziell wurde mir von der Hochschule Kaiserslautern, University of Applied Sciences, ein Lehrauftrag erteilt, „Schreiben für Web und AV-Produktion“, Studiengang Digital Media Marketing und ja, ich bin stolz. Und freue mich auf diese Aufgabe wie Bolle. Also, stoßen wir nun an?

Apfelsaft zum Anstoßen: Lehrauftrag für Fräulein Ideenfinderin an der Hochschule Kaiserslautern, Zweibrücken

*kling* *kling*

Danke. So. Dozentin also, Lehrauftrag, und wie ist das alles passiert? Angefangen hat es mit der Empfehlung eines ehemaligen Kollegen (danke! Nimm’ Dir Cider, so viel Du willst) im September und just in jenem Monat fand dann auch der dritte Hochschulbesuch meines Lebens statt. Der erste: eine „Probe-Vorlesung“ BWL, als ich noch Gymnasiastin war und ein Studium mit dem bevorstehenden Abitur quasi Pflicht; gefühlt zumindest und von meinem damaligen Umfeld indoktriniert, BWL, Fachrichtung Werbung vielleicht, mal sehen. Über den zweiten Besuch hüllen wir den Mantel des Schweigens, irgendeine Semesterparty irgendwelcher studierender Freunde, fragen Sie nicht, ich tu’s auch nicht. Apfelwein gab’s jedenfalls keinen. Und nun, Fräulein goes Hochschule, der dritte Besuch: Treffen der verantwortlichen Professorin des Fachbereichs … Moment, muss ich nachschauen, Informatik und Mikrosystemtechnik (IMST) an der Hochschule Kaiserslautern, Campus Zweibrücken, whoop whoop. Wie fremd das alles noch klingt. Bis ich den Fachbereich in voller Länge auswendig weiß, ist vermutlich das Semester bereits wieder um, aber nun, ich gebe mir alle Mühe.

Schreiben für Web und AV

So nennt sich die Lehrveranstaltung unter meiner Verantwortung, es geht also darum, studierenden Menschen das Texten beizubringen. Oder wenigstens näherzubringen. Pflichtfach im Wintersemester, und mir nicht nur eine willkommene Kür, sondern etwas, das ich schon seit Jahr und Tag wirklich gerne tue: Wissen weitergeben. Sprachgefühl vermitteln. Zeigen, was mit Worten und Wörtern alles möglich ist. Was da auf mich zukommt? Was ich in vier Tages-Blöcken erzählen werde? Wie ich das, was ich seit 20 Jahren beinahe täglich anwende, jungen Menschen vermitteln will, ohne dass aus der Lehr- eine Leerveranstaltung wird? Keine Ahnung, offen gestanden. Noch nicht.

Ich brauche mehr Apfelwein

Ideen aber, die habe ich, viele davon. Die erste hat etwas mit Streichhölzern zu tun. Das wiederum war gar nicht meine eigene Idee, sondern eine gemopste aus dem hilfreichsten Netzwerk der Welt, dem Texttreff, was würde ich ohne euch nur machen. Gibt’s an Hochschulen nicht auch tolle Verbindungen? Habe ich bei der Monster Uni gelernt, bei Buffy und in diversen anderen eher realitätsfernen filmischen Umsetzungen von Universitäten & Co., eieiei. Aber ein Funken Wahrheit ist da doch sicher dran, und so sehe ich die Parallele zum Texttreff als ein Pendant zur Bruderschaft auf dem Campus. Schwesternschaft sozusagen, aber bevor das jetzt zu haarsträubend wird, schenken wir lieber nach. Während ich den offiziellen Lehrauftrag also jetzt im Oktober in den Händen halte, lese ich diesen Tweet und muss lachen. Passt ja. Prost.

Im Dezember geht’s los für knapp 50 Studierende in Zweibrücken. Ich denke, ich muss dort zunächst die Sache mit dem Fußball frühzeitig klären. Hochschule Kaiserslautern, Lehrauftrag Fräulein Ideenfinderin, KSC-Stadionmagazinschreiberin seit ungefähr immer. Das birgt Konfliktpotenzial. FCK, KSC, gut, sehr gut. Ich habe da eine Idee für eine erste Textaufgabe.

Sollten Sie nun den dringenden Wunsch verspüren, das Texten von mir zu „lernen“ und auch gleich noch zu erfahren, warum das in Anführungszeichen steht – keine Sorge. Selbst wenn Sie nicht eingeschrieben sind fürs aktuelle Wintersemester: Sie können mich für Workshops buchen. Die biete ich auch ohne Dozentenhut und abseits des Hochschul-Campus an.

 

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Über die Autorin

Sandra Walzer ist Fräulein Walzer: freie Texterin, Konzeptionistin und Selbstmarkenexpertin. Und Brillenbloggerin. Und Fußballautorin. Ich schreibe privat seit etwa 30 Jahren, texte beruflich seit 1997 und bin selbstständig seit 2010.

Kommentare

  • Katja Heine
    21. November 2017

    Wow – herzlichen Glückwunsch, ich ziehe meinen nicht vorhandenen Apfelhut. Lehrauftrag! Toll! Bin sehr gespannt auf Erfahrungsberichte. Und die schönen Aquarellzeichnungen? Auch dir selbst entsprossen? Noch etwas, das ich auch mal lernen will. Immerhin hab ich heute schon einen Apfel-Apfelsinen-Bananen-Smoothie gemacht und getrunken – vielleicht hilft es 🙂

    Liebe Grüße
    Katja

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