Es wäre so fein,Pomologe zu sein

In Mainz (wo auch sonst), der alten Buchdruckerstadt, ist einer der für mich schönsten detailverliebtesten wunderbarsten Verlage überhaupt zu Hause. Gegründet 1992 ebenda, geleitet von Karin und Bertram Schmidt-Friderichs, und das mit einer solchen Hingabe, dass mir ganz gänsehautig wird. Wissen Sie, wenn Sie auf Facebook oder sonstwo über den Verlag sprechen oder den Verlag ansprechen, bekommen Sie Antwort. Keine Standard-Antwort, oh nein, Sie bekommen persönliche Antwort, in meinem Fall sogar desöfteren von Karin Schmidt-Friderichs selbst, was für mich wiederum jedesmal erstaunlich und wertvoll ist. Wie sie nur die Zeit findet … Und doch, sie findet, sie macht, sie tut, und mit ihr tut das ganze Team.

Tun Sie sich selbst etwas Gutes und bestellen Sie wenigstens einmal in Ihrem Leben ein Buch beim Verlag Hermann Schmidt Mainz. Oder, fast noch besser: Bestellen Sie dort ein Buch vor. Das geht nicht über ein unpersönliches Formular, das geht per E-Mail. Möglicherweise geht es seit der neuen Webpräsenz auch anders, bisher jedenfalls per E-Mail, und dann sind Sie schon mittendrin in solch liebevoller Korrespondenz, egal, wer sich um Sie kümmert – es ist ein herzerwärmendes Erlebnis. Und genau so, wie sich die Kommunikation mit dem Verlag gestaltet, genau so sind auch die Bücher aus dem Hause Hermann Schmidt. Voller Leidenschaft und ein bleibendes Erlebnis.

Mund leeren vor dem Weiterlesen

Was dort angeboten wird, das sind keine Bücher. Das sind Büüücherr. Sprechen Sie das hingebungsvoll aus, sprechen Sie es warm und weich und kraftvoll und nicht zu laut, aber auch nicht zu leise, sprechen Sie es wie ein Bibliothekar aus, schmecken Sie es auf der Zunge, Büüücherrr. Kunstwerke. Wertgegenstände. Herrlich gestaltet, hervorragend produziert mit allem, was eine Buchschreiberin, ein Buchdrucker, ein Buchgestalter, eine Buchbinderin, ein Buchverkäufer so kann und soll und darf und will. Und ganz ab und zu, da machen die Schmidtsens keine Bücher, sondern sie machen zum Beispiel Kalender. Apfelkalender.

Verlag Hermann Schmidt Mainz, Kalender An Apple A Day

Abbeißkalender in der Kiste

Erstmalig 2017 erschien „An Apple A Day“, der Tages-Abreißkalender, für mich eher ein Abbeißkalender. Denn jeden Tag machen seine wunderschönen botanischen Illustrationen alter Apfelsorten Hunger auf mehr und Appetit auf den nächsten Tag … Prall gefüllt mit pomologischen Prachtstücken, von 1. Januar bis 31. Dezember, kommt der Kalender stilecht in einer Holzkiste. Das macht sie aus, die Menschen bei Schmidt, dass sie in so etwas ihr Herz legen, und meins gleich daneben, in diese Mini-Obstkiste. Die Pomologie übrigens, habe ich auch erst mit und von diesem Kalender gelernt, ist die Obstbaukunde, die sich vornehmlich mit Äpfel und Birnen beschäftigt. Würde ich auch gern, mich noch viel mehr mit Äpfeln beschäftigen; wobei, wenn ich so auf meinem Schreibtisch herum blicke – Äpfel, soweit das Auge reicht. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

2017 neigt sich dem Ende zu und hat mir jeden Tag eine kleine feine Freude mit Apfelaroma gemacht. Auch wenn bisher meine Lieblingssorte noch nicht aufgetaucht ist. Noch hat er ja ein paar Wochen Zeit, der Kalender. Ich habe nicht gespickt. Wohl aber gespickt habe ich in den neuen 2018er. Deshalb hat er es in die Oktober-Rückschau im Fundbüro geschafft, obwohl er doch schon längst hier liegt und es noch längst nicht Januar ist. Aber ich hatte doch so sehr Appetit auf Apfel. Wenn Sie den jetzt auch haben: Holen Sie sich Ihre eigene Minikiste mit An Apple A Day 2018. Ein Leckerbissen.

Verlag Hermann Schmidt, An Apple A Day 2018 Kalender