Recht schreiben, aber wie?

Das dicke gelbe Buch mit dem (nahezu) gesamten deutschen Wortschatz. DAS Nachschlagewerk der deutschen Rechtschreibung. Früher unerlässlicher Blätterhelfer im sprachlichen Berufsleben, heute digitalisiert immer noch und nach wie vor unverzichtbar. Nein, die gedruckte Version steht nicht mehr im Fräulein’schen Heimbüro, aber ich bin sehr froh um den Online-Duden, das dürfen Sie mir glauben. Oder können Sie auf Anhieb sagen, wie sich Terrasse, Karussell & Co. korrekt schreiben? Ich nicht. Gebe ich zu. Lerne ich in diesem Leben vermutlich auch nicht mehr. Es gibt Wörter, die sind und bleiben mein Kryptonit, meine Würgeschlange, meine Allzeitstolperfalle.

Das dicke gelbe Buch mit dem (nahezu) gesamten deutschen Wortschatz. DAS Nachschlagewerk der deutschen Rechtschreibung. Früher unerlässlicher Blätterhelfer im sprachlichen Berufsleben, heute digitalisiert immer noch und nach wie vor unverzichtbar. Nein, die gedruckte Version steht nicht mehr im Fräulein’schen Heimbüro, aber ich bin sehr froh um den Online-Duden, das dürfen Sie mir glauben. Oder können Sie auf Anhieb sagen, wie sich Terrasse, Karussell & Co. korrekt schreiben? Ich nicht. Gebe ich zu. Lerne ich in diesem Leben vermutlich auch nicht mehr. Es gibt Wörter, die sind und bleiben mein Kryptonit, meine Würgeschlange, meine Allzeitstolperfalle.

Fünftausend Ergänzungen

5000 neue Wörter wurden in den Duden 2017 aufgenommen. Oder Worte? Irgendwo las ich einst etwas sehr Kluges dazu: „Wörter bestehen aus Buchstaben, Worte aus Gedanken“. Genau so ist das, und so kann ich mir das merken. Für alles, was mein Kopf vergisst (siehe Karrrrusssselll), ist der Duden da. Auflage 27 verzeichnet 145.000 Stichwörter – neu sind zum Beispiel Emoji, Selfie und Fake News. Gestrichen wurden dagegen Majonäse, Ketschup und Wandalismus, und wissen Sie was? Ich bin heilfroh darüber. Mal im Ernst: Majonäse? Nein, nein, nein, nein. Erlaubt ist jetzt wieder nur noch Mayonnaise, und das ist gut so.

Sagen Sie mal, Fräulein, wie textet man eigentlich?

Der Rechtschreibduden ist das eine, aber zur Duden-Reihe gehören noch einige andere Bände. Zum Beispiel der mit den sinn- und sachverwandten Wörtern. Wenn ich das richtig sehe, gibt es den in dieser Form gar nicht mehr; so hieß das gute Stück nämlich zumindest, das mir 1997 an meinem ersten Tag in der ersten Werbeagentur meines Berufslebens ans Herz gelegt und anschließend sofort ins Regal gestellt wurde. Heute gibt es das Synonymwörterbuch, und auch das Stilwörterbuch ist eine Empfehlung wert. Denn ein anderes Wort für ein häufig gebrauchtes zu finden, das ist die Herausforderung und Pflichtaufgabe eines jeden Texters. Sprachjongleurs. Formulierkünstlers. Sie sehen, worauf ich hinaus will? Erst damit macht der Text Lust, ihn zu lesen. Nur so lockt er hinein, lässt mit den Buchstaben tanzen und sorgt für Tango im Kopf.

Grashalme Schilf Bachufer

Der deutsche Wörterdschungel, er ist reichlich undurchdringlich. Glücklich schätzen kann sich, wer des Deutschen muttersprachlich mächtig ist, und noch glücklicher bin ich, dass mir das Texten leicht fällt. Dschungel, Urwald, Regenwald, Tropen, Palmenzuhause, Papageienland: Es ist doch wunderbar, den an dieser Stelle genau richtigen Ausdruck zu finden.

Das hat nicht nur mit dem passenden Wort zu tun. Es ist ein Gefühl, und es hat sogar mit der Schriftart zu tun. Sieht das gewählte Wort in dieser Schrift gut aus, richtig aus, schön aus? Ja, ich habe tatsächlich schon Überschriften geändert, weil es in der Ursprungsversion einfach nicht gut aussah. Der Mensch ist ein visuelles Wesen, er sieht gern schöne Dinge.

Der Weg von Alligatoren zu Alliterationen

Vielleicht sind auch deshalb Alliterationen etwas so Wunderbares. Weil sie fein aussehen, faszinierend klingen und fantastisch zu merken sind. Erinnern Sie sich an den Werbespruch „Milch macht müde Männer munter“? Das ist eine klassische Alliteration. Wenn alle Wörter mit demselben Buchstaben beginnen. Es ist ein von mir sehr geliebtes Stilmittel, aber es muss passen und darf nicht zu gewollt wirken. Von Zeit zu Zeit eingesetzt lässt es schmunzeln oder sorgt für eine harmonische Sprachmelodie. Und was hat das mit Alligatoren zu tun? Die fielen mir ein, weil es hier um den Dschungel geht. Wollte sie mit den Alliterationen über die Alligatoren in diesen Artikel bringen. Dumm nur, dass im Urwald eher Krokodile zu Hause sind, keine Alligatoren. Der Unterschied? Kompliziert. Die Kurzfassung: breiteres Maul beim Alligator. Wie das zum Fräulein passt, überlasse ich bis Ihrer famosen Fantasie.

Ein paar interessante Duden-Fakten

Die erste Ausgabe erschien am 7. Juli 1880 in Leipzig, damals mit 27.000 Stichwörtern.

Das längste Wort ist Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung mit 44 Buchstaben.

Das Durchschnittswort ist 10,6 Buchstaben lang.

Der Plural von Ananas ist Ananas. Oder Ananasse. Und nicht etwa Ananässer oder Anananten, weil Atlas und Atlanten (wie ich in einem sozialen Netzwerk mit blauem Logo dieser Tage las, sehr lachen und natürlich anschließend im Duden nachgucken musste).

Tipp: Online-Rechtschreibprüfung

Ganz fix lassen sich solche Stolperer online beim Duden nachprüfen. Ja, wirklich prüfen, und nicht nur einzelne Begriffe. In dieser Rechtschreibprüfung können Sie bis zu 800 Zeichen eingeben und ratzfatz herausfinden, wo sich Fehler verstecken. Dass zum Beispiel mein Schreibprogramm „ratzfatz“ nicht kennt, macht mich stutzig; Duden sagt: fein. Mehr noch, der Duden empfiehlt bei mehreren Möglichkeiten eine Schreibweise und hilft mit jeder Menge Zusatzinfos. Probieren Sie es aus! Hilft, macht Spaß und kostet noch nicht einmal etwas. Tasse Kaffee, Text einpflegen, gucken und lernen. Danke, Duden.