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Sandra Walzer, Fräulein Ideenfinderin

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Ein Sommernachtstraum, ein Sonnenbrillenalbtraum

Mit Sonnenbrille setzen wir uns Glanz und Gloria, Glamour und große Bühne auf die Nase. Der Coolnessfaktor steigt um 274 Prozent. Mindestens. Oder? Oder nicht? Oder wie? Genauer betrachtet ist das so ein Ding, mit der Sonnenbrille und der Coolness und den heißen Tagen. Das wird schnell zur Farce, zum Theater, zum Drama. Ich nenne es:

Ein Sommernachtsalbtraum in sieben Akten

und schicke die verschiedensten Sonnenbrillensituationen auf die Bühne.

1. Akt: Mit Sonnenbrille kannst du den Sommertag bestreiten – aber nicht die Nacht.

Den ganzen langen Tag draußen mit Sonnenbrille unterwegs, easypeasy, geht gut. Auch als Brillenträger mit minus oder plus egal wie viel Dioptrien. Dämmerung, Sonnenuntergang, ooooh, aaaah, wunderschön, Sonnenbrille am Start, alles fein. Und dann: dunkel. Oh nein! Keine Korrektionsbrille dabei. Ist mir schon mehr als einmal passiert, und wer dann mit dem Auto unterwegs ist … Sie ahnen es dunkel. Das kann unter Umständen ganz schön unangenehm werden. Also besser immer die normale Brille mitnehmen oder wenigstens ins Auto legen.

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2. Akt: Du kannst damit ungeblendet Auto fahren – außer im Tunnel.

Apropos Auto. Autofahren mit Sonnenbrille ist angenehm, vor allem, wenn es geregnet hat und die Sonnenstrahlen die Pfützen in ekelhafte Blendfallen verwandeln. Aber Obacht: Selbsttönende Brillen funktionieren im Auto nicht, die direkte UV-Strahlung fehlt. (Das Wortspiel mit SUV-Strahlung spare ich mir, ausnahmsweise.) Und wenn die Strecke durch einen Tunnel führt, wird’s zappenduster. Vor allem, wenn die Augen an die extreme Helligkeit draußen gewöhnt sind und sich dann im Dunklen sowieso schon schwer tun. Mit Sonnenbrille wird das noch mal schwieriger. Besser vorher wechseln oder, je nach Sehstärke und Art der Beeinträchtigung, absetzen.

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3. Akt: Du kannst damit flirten – und dich komplett zum Affen machen.

Heimlich zu diesem unfassbar gut aussehenden Menschen rüberspicken? Mit Sonnenbrille kein Problem. Wenn es offensiver werden soll, eigenen sich auch neckisches Abziehen der Brille, Bügel im Mundwinkel … Frau kann da kreativ werden, Mann auch. Kann aber auch nach hinten losgehen. Dann nämlich, wenn Sie die Sonnenbrille mit Stärke um des freien Blickfelds Willen abziehen und plötzlich nicht mehr sehr viel sehen. Kommt da der oder die richtige auf euch zu? Ist er das, oder ist es ein Laternenpfahl? Hat sie mich angelächelt oder meint sich meinen Nachbarn? Vorsicht ist geboten, der Selbstachtung zuliebe.

Reiz Sonnenbrille bei Sandra Walzer

4. Akt: Du kannst damit in den Urlaub fahren – bleibst aber am Flughafen stecken.

Logisch, die Sonnenbrille gehört zum Urlaub, und am besten ins Handgepäck (so ist sie griffbereit und fliegt nicht durch fehlgeleitetes Gepäck nach Sibirien, während Sie in Südfrankreich sitzen, sonnenbrillenlos). Damit sind Sie schon beim Ausstieg aus dem Flieger gerüstet für die sonnige Urlaubsdestination. Wenn, ja, wenn Sie durch den Security Check kommen. Ok, vielleicht ist das übertrieben und die Sorge unbegründet, aber: Der Teufel ist ein Eichhörnchen. Denken Sie zumindest an das Etui. Wenn Sie die Sonnenbrille in einen der bekannten Plastikkästen bei der Sicherheitskontrolle zum Durchleuchten legen, gehen nicht alle immer sorgsam damit um. Und auflassen ist nicht. Weiß ich seit Kurzem.

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5. Akt Du kannst sie an den Strand mitnehmen – und danach wegwerfen.

Diese Vorstellung, feiner weißer Sand am kilometerlangen Traumstrand, nur Sie und die Palme und das Buch und die Kokosnuss und die Sonnenbrille. Tja. Und die Sonnencreme. Und der Sand. Und genau das ist Gift für empfindliche Brillengläser. Das geht von nervigen, aber nicht weiter schlimmen öligen Sonnencreme-Flecken (die sich mit Wasser allein nicht ablösen lassen, da braucht es schon etwas Spüli – wo bitte gibt’s Spüli am Strand?) bis hin zum Super-GAU. Denn die fiesen feinen Sandkörnchen sind an sich schon die Höchststrafe für die Gläser, in Kombination mit klebriger Creme bleibt das Ganze übel haften und wird zum unfreiwilligen Peeling mit bösen Folgen.

Mein Tipp: Schon zu Hause/im Hotelzimmer eincremen oder die Sonnenbrille im Etui mitnehmen, mit sauberen Fingern auf- und am besten den ganzen Tag nicht mehr absetzen. (An dieser Stelle komme ich meiner Sorgfaltspflicht nach: Es sei hiermit auf Punkt 1 hingewiesen. Und Punkt 3. Und die nachfolgenden Punkte 6 Und 7.)

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6. Akt: Du kannst dich damit sonnen – aber nicht schwimmen.

Das Strand-und-Sand-Dilemma haben Sie erfolgreich umschifft? Fein. Dann denken Sie daran: Möglicherweise möchten Sie das kühle blaue Nass nicht nur aus der Ferne betrachten. Meeresrauschen, Brandung, Salzwasser, wunderbar. Aber Sonnenbrille. Was tun? Absetzen natürlich. Denken Sie dran: Salzwasser in den Augen > Augen reiben > Sonnenbrille unbedacht schwungvoll von der Nase weit in die Fluten befördern > schwarz ärgern. Kann auch einfach beim Schwimmen und Spaßhaben passieren. Wäre schade drum.

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7. Akt: Du kannst dir die Sonnenbrille in die Haare stecken – und hilflos durch die Gegend stolpern.

So ähnlich hatten wir das bereits unter Punkt 3. Wer gut aussehen will, wird nicht immer gut sehen – wenn dieses gute Aussehen mit dem lässig-coolen Sonnenbrille-in-die-Haare-Stecken zusammenhängt. Sonnenbrille auf dem Kopf und nicht auf der Nase heißt auch, wenig bis gar nichts sehen. Wozu also? Und mit Korrektionsbrille auf der Nase sähe die Sonnenbrille auf dem Kopf wohl eher albern aus. Mir hat sich das noch nie so ganz erschlossen, denn auch ohne Dreadlocks rutschte die Brille entweder aus den Haaren und fiel zu Boden, oder sie hakte sich irgendwo fest, klemmte Haare ein und tat mir weh.

RayBan Sonnenbrille und Gartenstuhl bei Sandra Walzer RayBan Sonnenbrille und Gartenstuhl bei Sandra Walzer

Heute ist eine mal eben in die Haare geschobene Sonnenbrille sowieso undenkbar und würde eine sehr umfangreiche Operation mit Schere nach sich ziehen. Gar nicht so einfach, das mit dem Glamour auf der Nase. Vielleicht liegt es aber auch nur an der Hitze. Sei’s wie es will: In ein paar Punkten steckt viel Wahres, finden Sie nicht? Und jetzt: zurück in die Sonne.

Vorhang. Applaus (oder Pfiffe). Dramatischer Abgang.

Über die Autorin

Sandra Walzer ist Fräulein mit Brille: Storyteller, Brillenbloggerin. Ich erzähle die Geschichten durch zwei Gläser gesehen und kämpfe gegen die Tücken und Flecken des Brillenträgerinnenalltags.

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