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Brillenträgerin des Monats 09/2016

Brillenträgerin des Monats September 2016: Vocal Coach, Fräulein, Brillenträgerin

Sarah Lipfert

Wenn das Fräulein mit dem Fräulein … Sarah Lipfert, Sängerin, Vocal Coach, Dozentin für Jazz und Pop-Gesang und Fräulein Claudette beim Fräuleinjazz – puh. Das klingt nach viel, und alles klingt verdammt gut. Als Fräulein Ideenfinderin durfte ich Fräulein Claudette alias Sarah Lipfert bei ihrer wunderbaren Website unterstützen. Als Fräulein mit Brille habe ich sie jetzt nach dem Nasenfahrrad gefragt. Was sie mir dabei alles geantwortet und erzählt hat, lest ihr hier.

Liebe Sarah, Du hast mir verraten, dass Du eine … zwei … drei Brillen hast, die Du aber „nur privat“ nutzt. Ich bin verwirrt. Wie geht das? Siehst Du im Job besser? Nein, Quatsch, aber mal ehrlich: Nutzt Du dann Kontaktlinsen, oder bist Du – wie ich es gern mal bei mir ausdrücke – einfach „nicht so blind“?

Ich gebe zu, ich bin eher ein „Gelegenheits-Brillenträger“, was meine Liebe zu „den Gläsern“ nicht schmälert. Die erste Brille begegnete mir in meiner Kindheit. Allerdings nicht auf Grund einer Sehschwäche, sondern auf der Suche nach einem weiteren Verkleidungs-Utensil in Omas Schlafzimmer. Meine Augen funktionieren im Alltag glücklicherweise gut, so dass ich die Brille vor allem am Computer (so wie jetzt gerade), im Auto oder als Konzertbesucher nutze, um jedes Detail auf der Bühne sehen zu können. Kontaktlinsen hatte der Augenarzt mir mal zum Testen mitgegeben, doch jeglicher Versuch, diese ins Auge zu bekommen, scheiterte kläglich. Ist also definitiv nichts für mich!

Ha! Das kenne ich gut. Beim Testen im Laden bekam ich allerdings die Linsen SOFORT dahin, wo sie hingehörten, wurde als Naturtalent bezeichnet, ging froh meines Wegs und habe seither nie mehr wieder in so einem Tempo die Linsen platziert bekommen. Früher habe ich mich dennoch abgemüht, dachte, Übung macht den Meisterlinsenträger, aber pah! Von wegen. Und seit ich nicht mehr Fußball spiele, brauche ich sie auch nicht mehr dringend zwingend. Also – definitiv auch nichts für mich. Aber sag mal, in Deinem Job als Sängerin,Vocal Coach und Dozentin für Jazz und Pop-Gesang geht es vor allem anderen ums Gehör. Ist Sehen da vielleicht sogar hinderlich? 

Stimmt, in meinem Job höre ich viel und gerne zu und mache tatsächlich des Öfteren mal die Augen zu, um nicht von visuellen Dingen abgelenkt zu werden. Ich möchte nah an meinen Studenten und Schülern sein und habe die Brille in diesem Kontext auch schon als Barriere empfunden. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich sie einfach zu selten anhabe und der dunkle Rand dann auch eine Art „Begrenzung“ des Sichtfelds darstellt. Im Kontakt mit Menschen möchte ich lieber einen freien und unbegrenzten Blick auf das Gegenüber. Allerdings verhilft mir die Brille bei Bedarf zu einer seriöseren oder strengeren Ausstrahlung. Das nutze ich zwar nicht sehr oft, greife aber gerne darauf zurück.

Sarah Lipfert, Vocal Coach, bei Brillenfräulein Sandra Walzer

Ich kann mir vorstellen, dass Du häufig Kopfhörer trägst. Wenn da die Brille mit dazukommt: Stört die? Ich weiß, dass ich große On-Ear-Kopfhörer nicht sehr lange gleichzeitig mit Brille tragen kann. Das drückt einfach. Meistens setze ich die Brille ab, weil ich sie nicht brauche. Wie ist das aber bei Dir? Zum Noten- oder vielleicht auch Textelesen zum Beispiel?

Kopfhörer trage ich recht selten. Für Aufnahmen mit dem Computer benutze ich gerne meine angepassten In-Ear-Kopfhörer. Die verschwinden in der Ohrmuschel und der Kiefer lässt sich beim Singen frei bewegen. Die Brille stört dabei gar nicht und kann dann gerne auf der Nase sitzen bleiben. Mit den On-Ear-Kopfhörern fühle ich mich beim Singen eher eingeengt und würde mit Ergänzung der Brille wahrscheinlich Beklemmung kriegen. 

Zum Notenlesen und bei der Arbeit am Computer (z. B. Aufnahmen machen, Arrangements und E-Mails schreiben) trage ich sehr gerne eine Brille, um meine Augen zu entlasten und um länger konzentriert arbeiten zu können. 

Das „On“ und „Off“ (An- und Ausziehen) der Brille finde ich schwierig, da meine Augen oft sehr verwirrt sind und lange brauchen, um eine zufrieden stellende Bildschärfe herzustellen. Sie bleibt daher eher im Etui oder über einen längeren Zeitraum auf der Nase.

Sarah Lipfert, Vocal Coach, bei Brillenfräulein Sandra Walzer Sarah Lipfert, Vocal Coach, bei Brillenfräulein Sandra Walzer Sarah Lipfert, Vocal Coach, bei Brillenfräulein Sandra Walzer Sarah Lipfert, Vocal Coach, bei Brillenfräulein Sandra Walzer

Seit wann genau trägst Du denn überhaupt Brille? 

Meine erste „richtige“ Brille bekam ich mit 12 Jahren. Es war Gestell mit dünnem, braunem Metallrand, dessen Form auf Fotos ein wenig an Harry Potter erinnert. 

Und in welcher Stärke? 

Mit Zahlen habe ich wirklich wenig am Hut, aber ich habe kurzerhand meinen Brillendealer angerufen und nachgefragt. 

Rechts: 0,00 / 0,5 / 93°  
Links:  +0,25/ -1 / 90° 

Gibt es eine besondere Anekdote mit/über/aufgrund Deiner Brillen, die Du mir und den Lesern anvertrauen willst? Peinlich, lustig, ärgerlich, besonders … egal, ich nehme alles.

Während des Studiums in Mannheim kaufte ich mir meine dritte Brille. Eine wunderschöne Hornbrille von Hugo Boss, die ich sehr gerne und erstaunlich regelmäßig trug. Eines Tages hatte ich einen Auftritt, packte das Auto und fuhr los. Als ich gerade am Mannheimer Technikmuseum vorbei gefahren war, sah ich im Rückspiegel, dass etwas von meinem Dach gefallen war. Ich hatte vergessen, dass ich während des Einladens das Brillenetui auf das Autodach gelegt hatte. Da flog sie also auf den Boden, meine schöne Hornbrille. Ich fuhr rechts ran und wollte schnell zurücklaufen, um sie aufzuheben. Als ich ausstieg, sah ich gerade noch das Auto wegfahren, welches sie überrollt hatte. : ( 

Oh neiiiiin! Autsch au weh, das tut mir schon beim Lesen weh. Ach je. Dann lieber schnell zu fröhlicheren Themen. Du bist neben Deinen sowieso schon vielfältigen Tätigkeiten auch noch in einem ganz besondere Duo aktiv – bei Fräuleinjazz. Schon allein wegen des Fräuleins bin ich ja großer Fan … Deine Rolle dort ist die der Claudette, des charmanten, unterhaltsamen Energiebündels. Dein Pendant ist Ilse am Bass, Ilse  die Melancholische, Ilse mit Brille. Mal ehrlich: Hast Du Ilses ilsige Brille schon mal getragen? Und was ist passiert, wie ilsig hast Du Dich gefühlt? Und warst Du froh, das Ilsige wieder absetzen und ablegen zu können? 

Ehrlich gesagt zieht Claudette diese Brille sehr ungern auf und tut das auch nur, um Ilse auf gemeine Art zu veranschaulichen, wie sie auf die Männer wirkt. Diese Brille hat magische Kräfte, die nicht zu unterschätzen sind. Claudette bezeichnet sie als „Vorkriegskassenmodell mit liebesresistenten Panzergläsern“.

Zieht man sie auf, so ziehen sich beide Mundwinkel schlagartig nach unten Richtung Boden. Die Schultern werden schwer und die Laune sinkt auf den Gefrierpunkt. Depression und Melancholie machen sich breit und verhindern jegliche aktive Bewegung. Es ist also ein SEHR gutes Gefühl, sie wieder ausziehen zu können und ich kann nur jedem raten, sich von diesem Ding fern zu halten!!!

Sarah Lipfert, Vocal Coach, bei Brillenfräulein Sandra Walzer Sarah Lipfert, Vocal Coach, bei Brillenfräulein Sandra Walzer

Oha. Eine Brille mit magischen Kräften … [hier Gänsehaut einfügen] Trotzdem noch mal kurz bei Fräuleinjazz geblieben. Komisches Jazzmusiktheater – was ist das überhaupt? Hat mit Brille nur bedingt zu tun, interessiert mich (und die Leser bestimmt auch) aber brennend. Live habe ich es leider noch nicht zu Euch geschafft … (Asche auf mein Haupt und die Brille.)

Fräuleinjazz, das sind Fräulein Ilse am Bass (Judith Goldbach) und Fräulein Claudette an der der Stimme (meine Wenigkeit). Zwei Dinge haben die beiden gemeinsam: die Therapie und die Lust am Jazz! 

In einer „gemeinsamen Gruppensitzung“, so nennen wir unsere Auftritte, erzählen die Fräuleins ihre schräge Geschichte. Davon, wie sie sich kennenlernten, wie sie als diplomierte Jazzmusikerinnen nach einem Auftritt suchten schließlich in die Gruppentherapie landeten. Ilse, die „graue Maus“ hinterm Bass, erträgt Claudette’s extrovertierte Auftritte mit stoischer Ruhe, schließlich möchte sie eine professionelle Performance abliefern. Claudette jedoch überspannt den Bogen während des Auftrittes so sehr, dass es zu einem Konflikt auf der Bühne kommt. Ein spannender Abend mit bekannten Melodien, dramaturgischen Wendungen und einem guten Training für schlappe Lachmuskel.

Das klingt wunderbar. Ich habe euch auf der Liste! Wer jetzt selbst Lust bekommen hat: Unten findet ihr den Weg zu Fräuleinjazz. 

 

Sarah Lipfert, Fräuleinjazz, bei Brillenfräulein Sandra Walzer Sarah Lipfert, Vocal Coach, bei Brillenfräulein Sandra Walzer Sarah Lipfert, Fräuleinjazz, bei Brillenfräulein Sandra Walzer

Und jetzt Hand aufs Herz: Wie gehst Du mit Deinen eigenen Brillen um? 

Grundsätzlich benötige ich ein „gewisses Chaos“ (mütterlicherseits vererbt), um in meinem Leben und in meinem Job flexibel bleiben und intuitiv handeln zu können. Meine Brillen unterliegen dem kleinen Anteil „Ordnungsfimmel“ (väterlicherseits vererbt), kommen bei Nichtbenutzung ins Etui, haben einen festen Platz auf dem Schreibtisch und werden geputzt, ehe ich sie auf die Nase setze.

Ach du liebe Güte. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen. Und gelobe Besserung. Welche Art Modelle trägst Du denn gern?

Mein neuestes Modell ist gerade mal ein paar Monate alt und stammt aus der Vintage Collection von von Etnia Barcelona. Diesmal habe ich mich für eine rundere und weichere Form entschieden. Die Farbe hat mich fasziniert und auch das verspielte Detail, die Streifen an der Innenseite der Bügel. Allerdings hatte ich zum Zeitpunkt des Kaufs noch braune Haare und muss sagen, dass ich den Rot/Braun-Ton nicht mit den blonden Haaren ausgewählt hätte.

Soll es dann vielleicht bald ein neues Modell sein? Wenn ja: Wie würdest Du auf die Suche danach vorgehen? Ilse mitnehmen? 

Für ein neues Modell fehlt mir gerade das nötige Budget. Als Musikerin „muss“ ich mich natürlich regelmäßig mit neuen Instrumenten und elektrischen Spielereien ausstatten. Wenn es die Portokasse zulässt, werde ich mir als nächste Brille eine neue Sonnenbrille leisten und das alte verrammelte Miss Sixty Modell aussortieren. 

Ich werde auf meiner Suche nicht über Los gehen, werde nicht 2000 DM einkassieren, werde auf KEINEN FALL ILSE MITNEHMEN, sondern werde direkt zum Brillenhändler meines Vertrauens fahren: City Optic in Mannheim. Dort habe ich es nun zweimal erlebt, dass ich mich in Ruhe umschauen konnte und nach kurzer Beratung innerhalb von einer Stunde eine Brille ausgesucht und gekauft hatte. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis!

Das ist in der Tat beeindruckend. Und falls sich jetzt jemand kopfkratzend fragt: Nein, wir kriegen beide kein Geld dafür. Gute Empfehlungen sind viel mehr wert und werden hier auf dem Brillenblog sehr gern gegeben. Was wir weniger gern haben: Gibt es etwas, was Dich am Brilletragen nervt?

Ja, das Gewicht, welches auf die Nase drückt, aber mir ist auch klar, dass gewisse Dinge ihren Preis haben, also nehme ich das sehr gerne in Kauf.

Wer schön sein will, oder so. Oder nicht? Ich weiß, was Du meinst, und manchmal sehe ich das auch so. An anderen Tagen bin ich einfach nur sehr genervt … Aber das kommt zum Glück selten vor. Fein, liebes Fräulein Sarah: Vielen herzlichen Dank für Deine Antworten.

 

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Wer mehr von Sarah hören will, vielleicht sogar mit ihr singen lernen will oder sie als Fräulein Claudette mit Fräuleinjazz live erleben will: Los geht’s! Außerdem ist sie

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Über die Autorin

Sandra Walzer ist Fräulein mit Brille: Storyteller, Brillenbloggerin. Ich erzähle die Geschichten durch zwei Gläser gesehen und kämpfe gegen die Tücken und Flecken des Brillenträgerinnenalltags.

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