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Brillenträger des Monats 12/2015

Brillenträger des Monats Dezember 2015: Pressesprecher, KSC’ler, Brillenträger

Jörg Bock

„Fußballer“ hätte ich da oben auch schreiben können, aber dann wäre es verwirrend gewesen und geworden. Weil: Der Brillenträger des Monats Dezember (und des Jahreswechsels 2015 > 16) ist einer, der tagtäglich und so direkt wie kaum jemand mit Fußball zu tun hat, aber das nur passiv. Wenn man sich traut, das so zu nennen. Denn was man als Pressesprecher eines Profifußballvereins so alles zu tun hat, das ist nicht so ganz passiv. Mehr aktiv, wenn eben auch eher am Rand des Rasens (und am Rand der Raserei? Für mich wäre es das, glaube ich). Jörg Bock ist zudem „Leiter Presse, PR & Neue Medien“ beim KSC und derjenige, der zum Beispiel die Pressekonferenzen nach den Heimspielen leitet. Alles in allem also einer, der draußen und drinnen sehr viel unterwegs und sehr viel am Rechner ist, und der unter allen Umständen den Durchblick behalten muss. Wie er das so tut, habe ich ihn gefragt.

Du und Brille – das ist ganz neu. Erzähl mal: Warum jetzt? Warum nicht früher? Sind Deine Augen bzw. ist dein Sehvermögen wirklich jetzt erst so viel schlechter geworden? Oder, mal ehrlich, hast Du’s rausgezögert?

Wahrscheinlich von beidem ein bisschen. Zum einen bemerkt man ein schlechteres „in die Ferne sehen“ natürlich gerade dann, wenn man wie ich jobbedingt gerne mal größere Strecken und die des Öfteren auch noch bei Dunkelheit fährt. Andererseits ist im normalen Leben – welches sich ja eher im Umkreis weniger Meter abspielt – alles gut, sprich man sieht gut. Oder wie ich jetzt eher vermuten würde: Ich meinte, dass ich gut sehe.

Und jetzt, wie ist es denn so, mit Brille? War die Gewöhnung schwer?

Am Anfang war es zwiespältig. Was für mich gut war, war die Tatsache, dass mein erster Tag mit Brille gleich ein Heimspieltag war. So bekamen mehr oder weniger alle das Ding auf meiner Nase zum gleichen Zeitpunkt zu sehen. Die Reaktionen waren also nicht auf mehrere Tage verteilt, sondern gebündelt. Und eine Fußballmannschaft muss man ehrlicherweise auch nicht zweimal um eine „Einschätzung“ bitten. Aber ich habe – auch von den Jungs – sehr viel positives Feedback bekommen, insofern war alles fein. Denn entweder meint derjenige es auch so, und wenn nicht, dann hat er mir zuliebe etwas Nettes zu mir gesagt. Das ist dann auch ok.

So gesehen … wahre Worte. Und das mit „gebündelt“ ist interessant, hätte ich so gar nicht vermutet – finde ich aber clever. Sehr viele haben das Ding also am gleichen Tag gesehen. Was für ein Ding denn nun? Also: Was für ein Modell, und wie bist Du genau an dieses für die erste Brille gekommen?

Ich könnte ja sagen: Rein zum Optiker, eine ausgesucht und wieder raus…Aber im Ernst: Ich hatte schon eine Vorstellung davon, welche Art Brillen mir gefallen und welche nicht. Ich habe dann aber beim Regale durchstöbern schnell gelernt, dass „gefallen“ nicht gleich „geeignet“ oder „einem stehen“ bedeutet. Aber mein jetziges Premierenstück war eine Art „First Pick“: Gesehen, anprobiert, genommen. Ich wollte schon so eine, wie ich sie jetzt auf meiner Nasenspitze habe.

Holzbrille von Jörg Bock, Pressesprecher KSC – Brillenfräulein Sandra Walzer

Gibt es gravierende Unterschiede in Deinem „Leben als Neubrillenträger“ im Vergleich zu vorher? Was fällt Dir besonders auf?

Ehrliche Antwort: Ich kann nicht mehr quer auf der Couch liegen und mit meiner Hand den Kopf abstützen. Das ist aber nun wahrlich nicht aus dem Bereich der kriegsentscheidenden Dinge – insofern habe ich wenig bis keine Beeinträchtigungen festgestellt. Als ich dann auch relativ schnell abends einmal mitsamt der Brille eingeschlafen bin, wagte ich schon zu vermuten, dass ich damit gut klarkommen werde.

Du arbeitest in einem Beruf, in dem Du mit unendlichen Menschenmengen zu tun hast und sehr oft gesehen wirst – bei den Pressekonferenzen, von Spielern und Trainern und Präsidenten des eigenen Clubs wie von anderen. Wie waren die Reaktionen? Ich zum Beispiel habe ich Dich auf den allerersten Blick auf der Treppe fast nicht erkannt. Allerdings war’s da auch dunkel.

Vorab: Das Tolle ist, dass ich selbst jetzt die Leute wieder sehe … Also auch die, die sich weiter entfernt befinden. Was die Wahrnehmung meiner Person betrifft, gab es – zusammengefasst – drei Reaktionen: „Steht dir“, dann „Oh, das bist du? Sieht jetzt aber anders aus.“ und „Hast du nix mehr gesehen?“. Das hat sich aber schnell gelegt. Viele schauen dann auch ein zweites Mal hin und interessieren sich für die Brille – also Modell und Machart, was an der Holzoptik liegen mag. Und was ich megaoft zu hören bekommen habe: „Ach, ich müsste auch mal dringend zum Optiker …“

Noch mal eben zum Thema “endlich erkennen” und Job. Beim letzten Heimspiel hat’s ordentlich geregnet, dieser feiner Nieselregen ist für Brillenträger ja die Hölle. Wie war’s für Dich?

Ich habe irgendwann gegen Ende der ersten Halbzeit im Scherz zu unserem Teammanager Burkhard Reich gesagt, dass mir das mal einer vorher hätte sagen können. Aber es waren nur einige wenige Tropfen – nicht weiter schlimm. Mehr Regenerfahrung fehlt mir bisher …

Oha. Dann wünsche ich Dir da viel, äh, Spaß. Erfolg. Und stehe für Erfahrungsaustausch gern zur Verfügung. (Unter uns gesagt: Das ist eines der wenigen Dinge, die ich an der Brille wirklich wirklich WIRKLICH nervig finde, diese Regentropfensache. Aber Du bist ja auch viel im trockenen Auto unterwegs, in fremden Stadien, zu Tagungen und und und. Mal unabhängig vom Wetter: Wie ist es da mit Brille? Kommst Du zurecht?

Ja, und das völlig problemfrei. Zu Beginn war es ein wenig, als hätte ich eine Art „fremde neue Welt“ vor mir beziehungsweise vor den Gläsern. Aber auch das war schnell in der Gewöhnung verschwunden. 

Und auch am normalen Arbeitsplatz in der Geschäftsstelle im Stadion – da geht es einige Treppenstufen hoch bzw. runter. Wie ist das mit Brille? Klappt’s? Ich weiß noch, ich wusste am Anfang nie, ob untendrunter durchschauen oder durch die Gläser oder wie oder was. Auch beim Essen war das ungeschickt. Vielleicht sind deshalb meine Brillen alle so groß …

Ich ahne immer mehr, dass ich mit meinen nicht vorhandenen Schwierigkeiten kein sehr ergiebiger Interviewpartner bin. Bisher habe ich einen sehr unproblematischen Einstieg in die Welt der Brillenträger hinter mir.

Es sei Dir von Herzen gegönnt. Vielleicht warst Du auch einfach sehr gut in der Auswahl der Erstbrille. Trotzdem die Frage: Könntest Du Dir vorstellen, auch mal Kontaktlinsen zu tragen? Zum Beispiel spielst Du Tennis, und der kleine gelbe Ball verlangt ja doch einiges an Aufmerksamkeit.

Das tue ich bereits. Und zwar – genau – immer dann, wenn ich Sport treibe. Wenig überraschend ist scharfes Sehen gerade für Tennis nicht das schlechteste Argument. Aber auch anderswo beim Sport treiben ist es deutlich angenehmer, wenn du alles scharf siehst. Es macht die Sache wesentlich einfacher. Was die Linsen leider nicht schaffen, ist eine deutliche Verbesserung der Spielstärke … 

Das kommt vielleicht noch wer weiß. Halte uns doch auf dem Laufenden. Und sag, gibt es jetzt schon – oder vielleicht gerade jetzt zum Anfang – eine besondere Anekdote mit/über/aufgrund Deiner Brille, die Du mir und den Lesern anvertrauen willst? Peinlich, lustig, ärgerlich, besonders … egal, ich nehme alles.

Eines der ersten und auch ungeschminkten Feedbacks kam von meinem Schwiegervater. Er sagte: „Oh, das ist jetzt aber intellektuell.“ Was mich zur zugegeben nicht ganz ernsten Erwiderung brachte, ob die Äußerung Rückschlüsse auf die Zeit davor zuließe. Auf Schlimmeres und „Anekdotentaugliches“ warte ich noch.

Du hast mir verraten, dass Du bereits ein zweites Modell bestellt hast. Weil Du Ersatz haben willst, oder weil Dich das Brillenfieber gepackt hat? Ich könnte Letzteres sehr gut verstehen, nebenbei bemerkt.

Den Ersatzgedanken kann ich ausschließen. Ich schaue gerne nach solchen Sachen und konnte dann auch noch das Thema „Was wünschst du dir zum Geburtstag?“ gleich mit erledigen. Ich würde aber zumindest im Moment sagen, dass es mit dem zweiten Modell dann auch gut ist.

Was unterscheidet diese zweite von der ersten Brille? War die erste mehr zum Ausprobieren, oder hast Du jetzt bewusst noch etwas ganz anderes gewollt?

Also zuallererst die Farbe. Ohne auf Nuancen einzugehen, ist die eine in der Hauptsache schwarz und die andere dann in der Hauptsache braun. Die Form ist entfernt ähnlich, würde ich sagen, aber die Gestaltung und das Material sind deutlich verschieden. Und wenn ich den Werbetext bei der zweiten Brille richtig verstehe, bin ich nicht weit von einem Weltraumflug entfernt.

Weltraumflug? Hui. Da muss ich, wenn sie da ist, doch noch mal näher nachfragen. Wer weiß, vielleicht wird ja ein eigener Blogbeitrag draus … Liebe Leserinnen und Leser: Bleiben Sie dran. Und jetzt zurück zum Wesentlichen – Hand aufs Herz: Wie gehst Du mit Deiner Brille um? Als Neubrillenträger (könnte ich mir vorstellen) ist man da doch bestimmt noch total sorgsam. Oder?

Relativ normal, würde ich sagen. Ich achte auf die Brille, damit ihr nichts „zustößt“, und versuche entsprechend sorgsam zu sein. Und ich putze (zu) oft die Gläser, da habe ich glaube ich noch Potenzial in Sachen „locker lassen“. Aber sie ist sehr schnell einfach ein Teil des Ganzen geworden, wie Pullover oder Hose.

Siehst Du Menschen mit Brille jetzt anders? Fallen Dir Menschen mit Brille jetzt mehr oder anders auf?

In erster Linie sehe ich sie wieder scharf, auch und gerade wenn sie nicht drei oder vier Meter oder näher sind. Das ist – auch wenn es jetzt komisch klingt – echt etwas Tolles. Und ich sehe viel mehr Brillen als vorher. Ein Beispiel: Ich hätte blind unterschrieben, dass Euro Eddy keine Brille trägt – tut er aber.

Guter Hinweis. Ich brauche ja auch im nächsten Jahr zwölf Brillenträger des Monats, da werde ich ihn doch glatt mal fragen. Neben dem Positiven – Gibt’s schon etwas, das Dich am Brilletragen nervt?

Am Anfang war das Tragen selbst im wahrsten Sinne des Wortes gewöhnungsbedürftig. Ansonsten hatte ich, bis mein Optiker nochmal nachjustiert hat, eine kleine Druckstelle hinter dem Ohr. Aber mein Optiker hat auch das in den Griff bekommen.

Welches sind die größten Probleme, die Dir jetzt am Anfang und ganz neu mit Brille begegnen?

Die oben erwähnte Couch … und dass ich sie bestimmt schon zwei, dreimal einfach komplett vergessen habe. Also das Aufsetzen selbst. Vor allem in den ersten Tagen war das – aber ich kann auch festhalten, dass das immer weniger wird.

Apropos vergessen. Findest Du sie immer auf Anhieb? Oder hast Du sie schon mal verlegt?

Das war noch gar kein Problem bisher. Da bin ich vielleicht ein Stück weit zu ordentlich.

Wann hast Du die Brille überhaupt auf der Nase, und wann legst Du sie ab?

Jetzt gerade habe ich sie auf. Beim Schlafen logischerweise nicht. Ich glaube fast, dass man von „nahezu dauerhaft“ sprechen kann, was tagsüber betrifft. Ab und an muss sie mal kurz runter, da bekomme ich dann eine Vorstellung davon, warum Leute – so habe ich das früher ab und an wahrgenommen – schlau die Brille hin und her schlenkern. Jetzt habe ich das Ding selbst und überlege: Wo soll man denn auch immer hin damit? Also schlenkere ich mit, wenn kein Tisch oder ähnliches in der Nähe ist.

Brille von Jörg Bock, Pressesprecher KSC – Brillenfräulein Sandra Walzer

Nicht geschlenkert, nur abgelegt: Brillenpause bei der Arbeit im Wildpark.

Der Brillenschlenkerer! Vielen Dank für diese Beobachtung. Das ist mir in der Tat neu, finde ich faszinierend. Muss ich noch mal drüber nachdenken. Und so lange ich das tue, gibt’s hier natürlich noch den Herzenstipp.

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Über die Autorin

Sandra Walzer ist Fräulein mit Brille: Storyteller, Brillenbloggerin. Ich erzähle die Geschichten durch zwei Gläser gesehen und kämpfe gegen die Tücken und Flecken des Brillenträgerinnenalltags.

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