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Brillenträger des Monats 06/2015

Brillenträger des Monats Juni 2015: Bildermaler, Bankmann, Brillenträger

Tony und Bernd Graupeter

Tony Mayer-Graupeter und Bernd Graupeter sind gleich zwei Brillenträger auf einmal, und sie haben jede Menge in Sachen Brille zu erzählen. Aber nicht nur: Tony ist begnadeter Bildermaler, Grafikdesigner und Illustrator, Fotograf, Hundeherrchen und Ex-Kollege von mir. Bernd ist Bankmensch, Hundeherrchen und Zahlenjongleur, kann das, was ich überhaupt nicht kann (nämlich Zahlen) und kann unbeschreiblich leckere Dinge backen.

Hallo ihr zwei, schön, dass ihr gleich im Doppelpack Brillenträger des Monats Juni seid. Dann starten wir doch gleich, am besten mit den Grundlagen. Wie viele Brillen habt Ihr insgesamt? Und wer wie viele?

B+T: Jeweils 5, die zum Einsatz kommen. Alte Modelle befinden sich zum Teil in der Messischublade. Man wird sie nie wieder anziehen, aber wegschmeißen möchte man sie auch nicht. Eigenartig.

B: Bei mir sind’s zwei Gleitsichtbrillen, eine Lesebrille, eine Bildschirmbrille, eine Sonnenbrille mit Gleitsichtgläsern.

Welches ist jeweils Euer Lieblingsmodell – und warum?

B: Die schwarze Gleitsichtbrille. Die hege und pflege ich und ziehe sie nur privat an. Ich finde, sie steht mir und passt einfach gut.

(Das finde ich übrigens ganz definitiv auch.)

T: Mein Lieblingsmodell ist eine Brille von FUNK eyewear. Die machen tolle Brillen. Ich finde sie irgendwie besonders; und ich mag markante Brillen und außergewöhnliche Formen.

FUNK! Von denen ist meine neongelbe selbsteinfärbende Brille. Ich liebe sie und ja, die machen wirklich besondere Brillen.

Brillen von Tony Mayer-Graupeter und Bernd Graupeter

Wie “schlimm” ist es denn: Welche Stärke haben Eure Gläser?

B: Oh. Auf dem linken Auge bin ich von Geburt an sehschwach höchsten Grades (5 %), also quasi blind. Auf dem sehenden Auge bin ich weitsichtig mit Stärke 4,25. Damit es optisch ausgeglichen ist – da Gleitsichtbrillen die Augen stark vergrößern – hat das Glas für das blinde Auge trotzdem eine Stärke.

T: Bei mir ist es nicht ganz so kompliziert. Links 2,75, rechts 2,5. Oder so.

Das ist natürlich schon eine Herausforderung mit dem linken Auge. Wusste ich nicht, dass man da trotzdem Stärke einsetzt … Blöd für den Geldbeutel, aber ich verstehe den Hintergrund. Dann machen wir mit dem etwas Persönlicheren doch gleich weiter. Seit wann tragt Ihr Brille?

B: Mit Unterbrechungen seit frühester Kindheit.
T: Seit ich 18 bin. Das war die Nummer mit „Sehtest beim Führerschein“.

Ha! Da bin ich damals noch dran vorbeigeschrammt. Es war bitterkalt draußen, und irgendwie konnte ich, als ich direkt von der Kälte in den viel zu warmen Raum zum Test kam, erst mal überhaupt nichts sehen. Der Optiker meinte nur, ok, wir warten vielleicht mal noch. Ich glaube, sonst hätte er mich gar nicht erst ohne Brille wieder rauslaufen lassen. Wie war das denn für euch, als es hieß, „Du brauchst eine Brille“? Schlimm? Und wie ist es heute – tragt Ihr gern Brille?

B: Als Kind fand ich es ganz furchtbar. Man hat mir damals das sehende Auge abgeklebt. Ich erinnere mich, dass ich die ein oder andere Brille damals absichtlich kaputt gemacht habe … Auch als Jugendlicher habe ich es gehasst, Brille zu tragen. Das war unmodern und zudem mit der Auswahl von heute nicht zu vergleichen. Abgesehen davon, dass ich ohne Brille sowieso nicht klarkommen würde, trage ich sie heute auch gerne.

T: Ich fand es nicht schlimm. Es hat mich nie gestört, eine Brille zu tragen. Deshalb kam ich bis heute auch noch nicht auf die Idee, Kontaktlinsen zu testen.

Brillensammlung von Tony Mayer-Graupeter und Bernd Graupeter

Ihr habt zwei Hunde. Wie ist das so im Alltag, mit den Hunden: Stört die Brille manchmal?

B: Nicht wirklich.
T: Nun ja. Gassi im Regen ohne eingebaute Scheibenwischer ist schon blöd.

Das kenne ich gut, man sieht einfach nicht, wo der Hund lang rennt oder ob er etwas gefunden hat, dass er besser nicht finden sollte. Aber noch mal zu den Brillen an sich. Legt Ihr Wert auf „gute“ Brillen, oder sind euch günstigere Modelle, die „ruhig kaputt gehen können“, lieber?

B: Das kann ich so gar nicht beantworten. Weil „ruhig kaputt gehen“ sollte meine Brille auf gar keinen Fall. Auch bei relativ günstigen Brillen achte ich auf Optik und Komfort. Und „günstig“ heißt nicht gleichzeitig „schlecht“. Ich lege keinen Wert auf die Marke, wenn du das meinst.

T: Sehe ich auch so. Ehrlich gesagt achte ich gar nicht auf die Marke beim Auswählen des Modells. Generell sind wir beide keine Markenjunkies. Purer Zufall, dass vier meiner fünf Brillen Markenware sind. Und meine „Billigbrille“ kommt gleich nach meiner Lieblingsbrille.

Geht mir im Prinzip ähnlich; ich habe allerdings gemerkt, dass Markenbrillen oft besser verarbeitet sind, weniger drücken bzw. robustere Scharniere haben. Aber vielleicht meine ich das auch nur, oder es war Zufall. Unabhängig von der Marke: Was muss eine Brille vor allem haben/tun/können, damit sie für Euch in Frage kommt?

B: Form und Tragegefühl. Ich muss noch darauf achten, dass die Fassung nicht zu ausladend ist, obwohl gerade große Brillen mir gut gefallen. Bei meinen Brillen schlägt sich das leider schnell mal auf das Gewicht der Gläser nieder, auch wenn sie aus Kunststoff sind.

T: Vor allem sollte die Brille eine Sehhilfe sein. Wenn sie dann noch schick ist, ist das natürlich prima. Ich mag gerne ausgefallene Modelle, zum Beispiel die “Parasitenbrille” von Parasite Eyewear. Durch die Bügel, welche nicht auf den Ohren aufliegen, sondern sich quasi an den Schläfen festklammern, ist sie ein echter Hingucker. Und wo ich gerade darüber spreche … Die muss ich auch mal wieder tragen.

Stimmt, die mag ich auch total gern an Dir. Für mich ist das ja gar nichts – man würde die Bügel unter den Haaren nicht sehen, oder sie würden sich mit den Dreads in die Quere kommen und alles verhakt und verknotet, uffz. Beratet Ihr Euch gegenseitig beim Kauf, oder gehen die Geschmäcker da auseinander und das Ganze birgt Konfliktpotenzial? 😉

B: Konfliktpotential?! Das liegt bei uns woanders. 😉 Klar. Wir beraten uns gegenseitig. Ob das Brillen, Klamotten oder Schuhe sind, das ist egal. Auf Tonys FUNK-Brille bin ich in der Tat etwas neidisch. Aber ich gönne sie ihm von ganzem Herzen 😉

T: Im Grunde wissen wir beide, was uns selbst steht oder was wir gerne haben möchte. Ich lege dennoch Wert auf Bernds Meinung. Da kann ich mir einfach sicher sein, dass er mir nicht seinen Geschmack auf die Nase setzen möchte, sondern schon dahingehend berät, was zu mir passt. Und wie Bernd schon sagte: Das fängt bei der Brille an und hört bei Schuhen auf. Konfliktpotenzial birgt eher ein Einkauf im Supermarkt als beim Optiker. 😉

Gehört denn die Brille für Euch zum Outfit, sprich: Passt ihr die Klamotten an die Brille an, oder umgekehrt? Oder gar nicht, weil die Brille zu allem passen muss?

B: Neutral und Basic ist schon ein Vorteil. Gerade bei mir, wo jede Brille ihren speziellen Zweck erfüllen muss. Meine Sehstärke ändert sich im Schnitt alle zwei Jahre. Auf einen Schlag muss ich gleich mal bei fünf Brillen die Gläser austauschen. Das geht ins Geld. Von daher: Brille soll zu allem passen.

T: Ich passe eher die Brille an die Klamotten an. Wobei ich sagen würde, dass meine Brillen eher neutral sind. Bis auf die karamellbonbonfarbene. Die habe ich passend zum Bart gekauft. 😀

Noch mal zu den Hunden. Habt ihr einen Tipp, wie man Flecken von Nasen und Zungen am schnellsten von den Gläsern entfernt?

B: Ganz klarer Fall von „Vor dem Schmusen Brille abnehmen“.

T: Und an strategisch günstigen Stellen Mikrofasertücher hinterlegen. Und da die Couch die ausgeschriebene Kuschelzone ist, befindet sich dort auch – dezent zwischen den Kissen versteckt, aber immer griffbereit – auf jeder Seite ein Tuch.

Habt Ihr, wenn’s schnell gehen muss, schon mal die Brille verwechselt?

B: Nein. Denn ICH weiß immer wo meine Brillen sind. Tony hingegen ist mit Suchen beschäftigt.
T: *räusper. So verwechseln wir unsere Brillen nicht.

Dann ist da auch noch der Job. Tony, Du bist Grafikdesigner und Illustrator, arbeitest hauptsächlich visuell. Es kommt also auf die Augen an. Wie ist es da mit Brille? Anstrengend? Oder geht das gut? Legst Du sie oft beiseite?

T: Hmmm. Wenn ich darüber nachdenke, stelle ich fest, dass ich öfter mal – unbewusst – die Brille abnehme. Scheint ein Reflex zu sein.

Bernd, Du arbeitest bei der Bank. Findest Du, die Brille trägt zum „seriösen Look“ bei? Auch Du bist ja viel am Computer und über Formularen: Wird es da schnell anstrengend mit Brille?

B: In Kombination mit einem Anzug kann man schon sagen, dass eine Brille zum seriösen Look beiträgt. Ich habe aber auch seriös aussehende Kollegen, die keine Brille tragen. 😉 Da ich öfter mal bei der Arbeit zwischen Bildschirm und Gleitsichtbrille wechseln muss, könnte man das als anstrengend bezeichnen. Wenn ich die Bildschirmbrille bei einem Beratungstermin trage, und zwischen Kunde und Bildschirm hin- und hergucken muss, ist das auch gewöhnungsbedürftig.

Brillensammlung von Tony Mayer-Graupeter und Bernd Graupeter

Mit meinen Fragen bin ich durch. Aber vielleicht habt ihr noch etwas Lustiges, Ernstes, Wichtiges, das ihr loswerden wollt?

B: Brillen sind für mich durchaus auch ein Modeaccessoire und unterstreichen einen Stil. Für mich persönlich sind Brillen weitaus mehr. Sie sind für mich und meinen Alltag lebensnotwendig. Dazu zählt auch die Sonnenbrille. Neben der Blindheit auf dem linken Auge leide ich zusätzlich unter Pupillotonie. Das ist eine Störung der Pupillenmotorik. Mein sehendes Auge reagiert nicht auf Licht, das heißt, die Pupille verengt sich nicht. Das blinde Auge hingegen reagiert auf den Lichteinfall. Das Ende vom Lied: Meine Pupillen sind meistens unterschiedlich groß, was mich bei einer Polizeikontrolle das ein oder andere mal zum Alkohohltest gezwungen hat. Außerdem bin ich dadurch sehr lichtempfindlich und selbst bei schwachem Sonnenlicht auf meine Sonnenbrille angewiesen.Sie zu verlieren wäre ein Albtraum.

T: Ich trage keine Sonnenbrillen. Keine Ahnung wieso. Ich habe mir zwar schon welche gekauft, sie dann aber nie aufgesetzt. Diese Brillen aus Holz übrigens finde ich ja ganz klasse. So schön leicht und auch echt ein Blickfang. Im Laden habe ich auch schon welche anprobiert, war aber skeptisch. Zum einen kosten die eine Stange Geld, zum anderen hab ich mich gefragt, wie das wohl ist, wenn man schwitzt und ob die mit der Zeit dann nicht irgendwie speckig werden.

Hm, das ist eine gute Frage. Ich versuche mal, das rauszufinden, und dann verbastle ich das in einem extra Blogartikel. Danke für die Anregung.

B: Randlose Brillen finde ich schwierig. Ich mag sie eigentlich gar nicht. Sie machen nichts mit dem Gesicht. Weißt du was ich meine? Ich habe zumindest noch keine schönen randlosen Brillen gesehen.

Das stimmt, geht mir ganz genauso. Eher eine “Nicht-Brille”, und dass ich das schwierig finde, ist ja irgendwie klar.

T: Bei der Vorstellung, mir Kontaktlinsen einzusetzen, krieg ich Gänsehaut. 

Und: Ich habe jetzt nicht wirklich eine starke Brille. Wenn ich aber vor einem Supermarktregal stehe und ich habe keine Brille dabei, bin ich überfordert.

Oha! Vielleicht kommt daher auch das Konfliktpotenzial? Wer weiß … 

B: Damit Tony nicht ständig seine Brillen suchen muss, habe ich beim Optiker mal nachgefragt, ob sie ausrangierte Brillendisplays haben (so kleine Türmchen, die Platz bieten für 10 Brillen) – und ich hatte Glück. Das Display wird verwendet. Manchmal. 😉

Wie cooool! Ich habe auch schon ungezählte Male hin- und herüberlegt, was ich mit meinen Brillen machen soll. Momentan liegen sie in ihren Etuis in der Schublade, aber praktisch ist anders. Wenigstens verstauben sie da nicht.

T: Man bekommt ja meistens beim Kauf einer Brille ein Etui dazu geschenkt. Ich habe noch nie ein Brillenetui benutzt.

Siehste, ich brauche die zum Aufbewahren, weil mir noch niemand ein Display geschenkt hat. *winkt mit dem Zaunpfahl

Ihr Tollen: Liebsten Dank für Eure ausführlichen Antworten und unsere Plauderei.

 

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Wer sich Tonys Arbeiten und Ideen mal angucken mag, kann das auf seiner Website oder auf Facebook.

Über die Autorin

Sandra Walzer ist Fräulein mit Brille: Storyteller, Brillenbloggerin. Ich erzähle die Geschichten durch zwei Gläser gesehen und kämpfe gegen die Tücken und Flecken des Brillenträgerinnenalltags.

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