Den richtigen Weg finden

Im Dezember wollte ich 1000 Origami-Kraniche falten. Eintausend. Warum?

Weil mir das irgendwo begegnete, weil es mich fesselte, nicht mehr losließ. Weil dem, der 1000 Origami-Kraniche faltet, angeblich ein Wunsch erfüllt wird. Weil es die Geschichte von Sadako Sasaki gibt, die 1943 in Hiroshima geboren wurde, die Hiroshima und Nagasaki und die Atombomben überlebte, die 1955 in Hiroshima starb, die während mehrerer Monate im Krankenhaus genau das tat: Sie faltete Papierkraniche. Wer nachliest, findet widersprüchliche Angaben, mal hat sie sogar 1.600 bis zu ihrem Tod geschafft, mal keine 1.000. In Hiroshima kennt jedes Kind Sadako; ich weiß nicht, ob auch jedes Kind Origami-Kraniche falten kann.

Tausend Kraniche musst du falten, dann wirst du wieder gesund

— aus Japan

Papierkunst trifft Flugkünstler

Ich freue mich über all die verschiedenen Themen, über die Herausforderungen, die ich gemeistert habe, über die Stolpersteine, die mich aufgeweckt haben, über die unerwartet großartigen Momente und die erwartet schönen kleinen und großen Augenblicke. Danke, dass Sie mir die Treue gehalten haben – auch hier, im Fundbüro, im Adventskalender der gefundenen Pläne und Schlüssel, Geschenke und Bären, Ruhe und Musik. Das finde ich fantastisch.  ♥

Ich will tausend Kraniche falten. Weil ich mir das schön vorstelle, als meine eigene kleine Herausforderung jenseits von Beruf und Pflicht. Weil Origamifalten eine schöne, entspannende Beschäftigung ist, die ich mag. Weil der Kranich auch ohne die Begleitung von 999 Freunden ein Glücksbringer sein soll. Sagen die Japaner, die Kelten, die Schweden, die alten Ägypter, die Russen, die Inder, die Chinesen. Und mindestens eine Deutsche. *zeigt mit dem Finger auf sich* Mal ehrlich: Er hat schon einen so hübschen Namen? Die binäre Nomenklatur von Linnæus nennt ihn 1758: Grus grus. <3

Jedenfalls, tausend Kraniche. Weil der Kranich ein Zugvogel ist. Einer, der das Erdmagnetfeld sieht. Einer mit grandiosem Orientierungssinn, in elegante Form gepackt. Einer, der die Jahreszeiten lebendig werden lässt. „Fliegt der Kranich in dein Leben, läutet er eine Wende ein“, so heißt es, und auch, dass er uns zielgerichteter werden lässt. Bei den Kelten soll er das Baumalphabet hüten, in Schweden wird er „Vogel des Glücks“ genannt, weil er das Licht und die Wärme zurückbringt. Er ermahnt uns, wachsamer zu sein, er holt uns aus dem Winterschlaf, er ist Meister der Balance und steht damit auch für ein neues Gleichgewicht im Leben. Klingt schön, finde ich.

Senbazuru heißt die Legende um das filigrane Geschöpf auf Japanisch. Klingt fast ein bisschen wie Dezember. Auch wenn ich diesen Monat noch nicht einen Kranich gefaltet habe und heute schon der 13. ist. Vielleicht fange ich noch an und schaffe es bis Silvester, vielleicht auch nicht. Vielleicht falte ich erst im Januar, vielleicht will ich einfach nur irgendwann 1000 Stück gefaltet haben. Vielleicht ja bis 13.12.2018.

Und Sie? Mögen Sie Kraniche? Haben Sie schon mal einen gefaltet, oder tausend?

 

Feinen 13. Dezember wünscht

Ihr Fräulein


Sandra, Content Creator

Hi, ich bin Sandra, Storyteller und Content Creator. Confetti Content ist für mich, wenn's hängen bleibt im Kopf. Ich blogge über Confetti Communication und Branding für Soloselbstständige, Tipps für Kommunikations-Pros in Unternehmen, gute Werbung und schlechte Ideen, Merkwürdigkeiten, Magie und mehr Lust auf Außergewöhnliches. Achtung: ab und zu mit Croissant-Krümeln.

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