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Sandra Walzer, Fräulein Ideenfinderin

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Abenteuer Arbeitsplatzbrille (1)

Serratus Posterior Superior und ich, wir mögen uns nicht so. Diese Muskelgruppe im Rücken, die irgendwo unter dem Schulterblatt verortet ist und die bei mir einen einzigen Knoten bildet. Typisches Schreibtischarbeits-Ding: Alles verkrampft, alles verkürzt, alles verspannt. Bei mir geht das so weit, dass ich teilweise meinen kleinen Finger nicht mehr spüre – taub. Oder kurz davor. Alles dumpf, eingeschlafen, nicht so, wie es sein soll.

Mausarm? Computeralles.

Erst dachte ich, es ist das Handgelenk, aber da es den linken Fräuleinarm betrifft, hätte mich das gewundert. Maushand und -arm sind rechts. Dazu oft der verspannte Nacken, noch öfter der ganze Rücken, die herausgerutschten Wirbel, keine Luft kriegen, Schmerzen haben, sowas eben. Seit fünf Jahren sitze ich auf einem Bürostuhl, der mir seinerzeit als „extra für Frauen“ und als „gut“ verkauft wurde. Mittlerweile bin ich mir sehr sicher, dass das gelogen war. Deshalb bin ich losgezogen, einen wirklich guten Bürostuhl zu erlegen finden. Dank Twitter und eines hervorragenden Tipps bin ich spontan in einem Fachgeschäft gelandet, und ich habe mich selten so gut aufgehoben gefühlt.

Die Beratung war spitze, und sie umfasste längst nicht nur den Stuhl. Es kam das Gespräch auf den Tisch und dass dieser höhenverstellbar sein sollte. Überhaupt gilt für mich wohl, das habe ich jetzt endgültig verstanden, vor allem eins: Möglichst oft möglichst viel bewegen, die Sitzposition ändern, hinstellen, anders hinsetzen. Bewegen drehen aufstehen hinsetzen bewegen drehen, so in etwa. Was ich beim Telefonieren schon umsetze, nämlich das Aufstehen, soll in Zukunft auch während der aktiven Arbeit passieren können. Höhenverstellbarer Tisch: check. Der Stuhl dazu ist einer, der nicht aussieht wie ein Stuhl und ungefähr funktioniert wie ein Sattel. Beinfreiheit, animiert zum Bewegen, und ich kann sogar rückwärts, also rittlings, darauf sitzen und trotzdem tippen. Hurra! Bürostuhl: check. Und dann kam der Satz.

„Haben Sie eine Arbeitsplatzbrille?“

Ich dachte sofort an Gleitsicht, an Leute, die sonst keine Brille tragen, an alles Mögliche. Sagte: „Nein“, zeigte auf meine dort getragene und meinte, dass ich sehr viele habe und die praktisch täglich wechsle. Aber auch, dass mir die meisten zu schwer und unbequem sind und ich sie doch recht häufig absetze. Der Berater meines Vertrauens nickte wissend und drückte mir eine Visitenkarte in die Hand. Tja, und deshalb geht es nun zum Termin beim Optiker. Einem (oder eher einer), der (also die) sich angeblich auf das Thema Arbeitsplatzbrille spezialisiert hat.

Das war der erste Teil vom „Abenteuer Arbeitsplatzbrille.“ Schaut in Kürze wieder rein und lest im zweiten Teil, wie die Beratung verlaufen ist.

Über die Autorin

Sandra Walzer ist Fräulein mit Brille: Storyteller, Brillenbloggerin. Ich erzähle die Geschichten durch zwei Gläser gesehen und kämpfe gegen die Tücken und Flecken des Brillenträgerinnenalltags.

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